Urbane Penner

Nachdem ich am Wochenende und am Montag fleißig an meinem Buchmanuskript gearbeitet hatte, wurde es am Dienstag Zeit, mal was anderes zu tun. So traf ich mich morgens mit einer Freundin zum Brunch im Café Montevideo, das sie immer liebevoll als das „Monte“ bezeichnet. Es ist in der Tat ein schönes Café, in dem man sehr gut frühstücken kann. Das spanische Frühstück ist sehr zu empfehlen, wenn man Pimientos mag. Wie das so ist mit einem Brunch, war es im Nu Nachmittag. Ich musste dann doch etwas mit meinem Gewissen kämpfen, als ich meinen Aufenthaltsort aufgrund des schönen Herbstwetters nicht wieder an den Schreibtisch, sondern ans Café am Neuen See verlagerte. Hätte ich mein Laptop dabei gehabt, hätte ich mich wohl ganz als Urbaner Penner (alternativer Artikel) fühlen können.

Von dort aus ging es dann doch zurück zum Schreibtisch – allerdings nur für kurze Zeit –, denn abends war ich seit längerer Zeit mal wieder bei meinem Fotoclub zu Gast. Ich muss mich da ja aus beruflichen Gründen sehr rar machen, so war das dann eine willkommene Abwechslung. Es gab auch viele schöne Fotos zu sehen, weil einige ihre Arbeiten mitgebracht hatten. Der Fotoclub leidet zur Zeit darunter, dass praktisch niemand bereit ist, für den Vorstand zu kandidieren. Ich denke, dass das auch mit der allgemeinen Situation in Berlin zusammenhängt: die Einen haben zu viel Arbeit und daher keine Zeit, die Anderen haben keine Arbeit und dadurch auch keine Zeit, weil sie sich mit der Unbill der Arbeitslosigkeit herumschlagen müssen. Ich verstehe die Gründe, die die Einzelnen vorbringen, in jedem Fall sehr gut und befürchte, dass wir den Verein auflösen müssen, was schon sehr traurig wäre!

Anschließend bin ich dann noch in den Chaos Computer Club Berlin, der ja auch am Dienstag sein Plenum hat. Hier ging es zum Glück optimistischer zu; es war dann noch recht interessant, weil wir nach dem Plenum über alles Mögliche und Unmögliche diskutiert haben. Außerdem gab es eine Torte und Cherimoya zu essen. Ich kannte dies Frucht noch nicht, muss aber gestehen, dass sie mir außerordentlich gut geschmeckt hat.

Als ich dann zu sehr später Stunde zuhause im Bett lag, konnte ich kaum fassen, dass all das an nur einem Tag stattgefunden hatte (Monte, Neuer See, Schreibtisch, Fotoclub & CCC).

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