Menschenfeind statt schöner Helena

Kurz vor Weihnachten gehe ich traditionellerweise mit meiner Mutter ins Dortmunder Theater. Diesmal wollten wir Die schöne Helena von Jacques Offenbach sehen. Die Dortmunder Neuinszenierung war in der Presse schlecht weggekommen (überregional etwas besser), und als meine Mutter die Karten vor einer Woche gekauft hatte, waren wohl auch erst etwa 200 Karten für unsere Vorstellung verkauft (von über 1000!). Als wir dann zum Opernhaus kamen, mussten wir feststellen, dass die Vorstellung (angeblich aus Krankheitsgründen) abgesagt war. Stattdessen haben wir dann den Menschenfeind von Molière gesehen.

Ich fand die Inszenierung einigermaßen gelungen: vor allem die Modernisierung und das Spieltempo waren geglückt. Die Schauspielerinnen wirkten weniger brillant als die Männer, aber das mag am Stück liegen. So richtig zeitgemäß ist es ja nicht mehr! Wenn man übrigens eine aktualisierte Neuübersetzung auf die Bühne bringt, sollte man vom unzeitgemäßen Siezen zwischen Liebenden oder engen Freunden absehen; das wirkt zumindest auf Deutsch etwas seltsam! Obwohl es schade war, die schöne Helena nicht sehen zu können, war der Menschenfeind unterhaltsam genug.

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