Deutschland nach dem Sturm

Am Freitag bin ich nach Kyrill mit der Bahn durch Deutschland gefahren, was nicht ganz einfach war, denn nur eine Stunde bevor ich losgefahren bin, war die Strecke zwischen Probstzella und Saalfeld freigegeben worden. Mein Zug hatte 90 Minuten Verspätung, was mich aber nicht besonders störte. Wenn mich meine Mutter nicht am Telefon aufgeschreckt hätte, wäre mir der Orkan fast vollständig entgangen, denn 90 Minuten Verspätung kann die Deutsche Bahn auch ohne Sturm zustande bringen.

Am Samstag bin ich nach langer Zeit mal wieder in Berlin-Friedrichshain ausgegangen. In der Dachkammer in der Simon-Dach-Straße gab’s leckeres schwarzes Alt-Brünner Bier, und wem man so alles in Friedrichshain begegnet: zum Beispiel Markus, dem Macher von netzpolitik.org und dem fliegenden Schriftsteller und Literaturverkäufer Supertill, der in seinen Geschichten einfach zu viele Adjektive verwendet. Ich hätte ihm ja gern sein Heft abgekauft, aber ich ertrage überflüssige Adjektive nur in homöopathischen Dosen: Gute Freunde mit schweren Steinen in heller Sonne und neutrale Schiedsrichter in großen Häusern an langen Straßen durch dunkle Wälder sind mir einfach zu schwerfällig.

Von Friedrichshain aus sind wir in den Prenzlauer Berg und haben dort die Bar 23 angesteuert. Ich war noch nie in dieser berühmten Bar, aber richtig begeistert war ich nicht: das Augustiner-Bräu schmeckt zwar, aber so richtig kalt kam es nicht aus dem Fass. Auch die Club-Mate wurde nur durch das Eis im Glas gekühlt, und somit war auch der Chunk nicht richtig kalt. In der Bar waren drei DJs an einem Plattenteller zugange, aber die Musik kam erstaunlicherweise aus einem Computer. Vielleicht sollte ich der Bar noch einmal eine Chance unter der Woche geben. Am Ende kam dann auch noch die Polizei, offenbar um für Ruhe zu sorgen. Da ist ja auch ein Friedhof direkt nebenan, und die Totenruhe darf natürlich nicht gestört werden.

Am Sonntag war mal wieder ein Kinoabend angesagt. Ich hatte The Alibi besorgt. Das ist ein seichter Film mit einer ziemlich absurden Geschichte, aber durchaus unterhaltsam. Als ich am Hauptbahnhof vorbeikam, war er gerade mal wieder geschlossen worden, und eine riesige Menschenmenge musste in Regen und Wind direkt vor der Fassade mit den losen Trägern auf Busse warten – ein ziemliches Durcheinander!

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