Fremdkörper

Berlin ist vor allem deshalb so ein tolles Pflaster, weil man alle Nase lang außergewöhnliche Leute trifft, die außergewöhnliche Dinge tun. So habe ich schon vor einiger Zeit Chris kennen gelernt, einen jungen Filmemacher, und vor kurzem war ich zur Premiere seines Kurzfilms Fremdkörper eingeladen. Es ist ein etwas düsterer Kurzfilm über ein junges Mädchen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Ich gebe zu, dass das Thema für mich persönlich seit meiner Pubertät nicht mehr das virulenteste ist, aber der Film ist sehr schön: (fast immer) gelungene Schnitte und eine sehr schöne (selbstkomponierte) Hintergrundmusik vermitteln sehr viel Gefühl.

Besonders gefällt mir eine zentrale Szene, die in einer Urberliner Kneipe spielt, in der auch die Premiere stattfand, nämliche in der Weinhandlung und Likörfabrik Leydicke. Dort wurde auch ein bundesweit ausgestrahlter Werbespot für eine Fernbedienung gefilmt. Ich mag den Film vor allem wegen dieses und anderer lokaler Bezüge, denn der Film spielt schließlich genau in der Ecke Berlins, in der ich mich besonders zuhause fühle zwischen den Yorckbrücken, dem Kreuzberg und der Bülowstraße sowie in Berlin-Mitte.

Ich hoffe sehr, dass Chris das Filmemachen fortsetzen und vielleicht sogar studieren wird. Mit etwas mehr Erfahrung und erlernbarer Technik wird er bestimmt ein sehr guter Filmemacher. Möglicherweise benötigt er einen guten Drehbuchschreiber, denn seinen bisherigen Filmen fehlt eigentlich immer eine richtige Story. Sie geben eher Seelenzustände wieder, haben aber keinen richtigen Plot, wie man neudeutsch so sagt.

3 Gedanken zu „Fremdkörper“

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