Böttcherstraße

Anlässlich einer Tagung in Bremen war ich im Hilton Bremen einquartiert, dessen Hintereingang sich in der Böttcherstraße befindet; ich kann das Hotel nur bedingt empfehlen, denn obwohl es sich zum Teil im Haus Atlantis befindet, ist der größte Teil ein moderner Anbau aus den 1970er oder 1980er Jahren, dem es an Atmosphäre gebricht und dessen Ausstattung schon erste Zeichen des Verfalls zeigt. Unverschämt ist auch der Preis für den Internetzugang: 10 Euro für eine Stunde bzw. 150MB. Da war es billiger, über GPRS ins Netz zu gehen (allerdings auch anstrengend, weil langsam und instabil). Wann werden die deutschen Hotel- und Gaststättenbetriebe eigentlich mal wach? Ohne Internet fühlt man sich einfach nicht wohl. Das umständliche Einloggen in ein teures Bezahlsystem ist unattraktiv. Die Gäste würden sich, bei kostenlosem Internet viel länger im Hotel oder in der Gaststätte aufhalten und eben auch konsumieren.

Zum Hotel gehört auch das Haus Atlantis. Eindrucksvoll ist das spiralförmige Treppenhaus von Bernhard Hoetger, das den Strudel symbolisiert, mit dem Atlantis wieder aus dem Meer aufsteigt. Die frei stehende Wendeltreppe aus den 1920er Jahren zeigt, was man mit Beton und Glasbausteinen alles machen kann. Schade, dass diese Möglichkeiten des Betons nie wieder genutzt wurden! Am Ende der 13-Meter-hohen Treppenspirale (die aufgrund einer optischen Täuschung viel höher wirkt) befindet sich der Himmelssaal – ebenfalls aus den 1920er Jahren. Der Saal (heute ein Tagungsraum) ist sehr eindrucksvoll: Das parabolische Deckengewölbe zeigt in Glasbausteinen einen Lebensbaum (Ornament). An der Spitze des Saals ergießt sich ein goldener Wasserfall aus einer Sonnenscheibe, die auch am anderen Ende des Saals wieder aufgenommen wird. Das Ganze bildet ein hübsches Art Déco-Ensemble.

Auch die übrige Böttcherstraße (niederdeutsch: Bodekkerstraat) ist sehenswert: das Paula Modersohn-Becker-Museum, in dem gerade eine sehenswerte Ausstellung über einen eher unbekannten Künstler namens John Elsas(s) zu sehen ist (schon 2003 in Berlin zu sehen gewesen), das Museum im Roselius-Haus, die Crusoe-Halle, der Lichtbringer… alles sehr sehenswert!

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