Das Wagner-Wochenende

Das vergangene Wochenende stand ganz im Zeichen von Richard Wagner: Am Samstag habe ich eine sehr eindrucksvolle konzertante Aufführung der Oper Das Rheingold durch die Bamberger Symphoniker gesehen unter Leitung von Jonathan Nott. Das war wirklich sehr schön! Die konzertante Aufführung hat mir fast besser gefallen als die richtige Vorstellung im Rahmen der Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth. Sehr gut gefallen hat mir auch der Einführungsvortrag von Stefan Mickisch, der sehr geistreich war und sehr deutlich die Beziehungen zu anderen Werken hergestellt hat.

Am Sonntag bin ich dann nach München gefahren, um in der Bayerischen Staatsoper Wagners Bühnenweihfestspiel Parsifal zu sehen. Sicher war das eine Reise wert, allerdings bin ich nicht wirklich von der Inszenierung überzeugt. Es gab gute Ideen (zum Beispiel die erste Gralsenthüllung), aber irgendwie gab es immer störende Kleinigkeiten, so dass ich fast versucht bin, die Giftspritze zu zücken und zu sagen, dass das Eindrucksvollste der Sonnenuntergang auf der Treppe des Nationaltheaters in der ersten Pause war.

Da ich bis zur Rückfahrt dann noch etwas Zeit totschlagen musste, bin ich noch ins Andechser am Dom eingekehrt und habe mich dort als Ausländer geoutet, denn statt korrekt Fleischpflanzerl zu sagen, hab ich Fleischküchle gesagt. Der Kellner fragte dann gleich, ob ich aus Schwaben sei. Ich habe das verneint und gesagt, in Franken sage man auch so. Ich hätte ihm ja schlecht sagen können, dass das für mich eine Bulette oder hochdeutsch Frikadelle ist.

Mal sehen, am 6. Mai läuft an der Staatsoper Der Rosenkavalier von Richard Strauss. Ich denke, dazu werde ich die Reise nach München noch einmal antreten und hoffentlich tiefer beeindruckt sein. Ich kann ja in München nur sonntags ins Theater gehen, weil nur in der Nacht von Sonntag auf Montag noch ein später Intercity Express nach Norden fährt.

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