Der Ring in Dortmund

An den letzten beiden Wochenenden habe ich am Theater Dortmund den Ring des Nibelungen gesehen. Das ist ja immer etwas Besonderes: 18 Stunden Oper an vier Tagen! Ich kann das eigentlich nicht oft genug bekommen. Das nächste Mal im Juli im Staatstheater Nürnberg. Da kann man dann richtig schön vergleichen! Ich fand ja die Dortmunder Inszenierung von Christine Mielitz der Bayreuther Inszenierung von Tankred Dorst überlegen, weil sie viel dynamischer war. Dass die Bayreuther Inszenierung statisch war, wird einem richtig klar, wenn man die Dortmunder Inszenierung gesehen hat. Allerdings ist man dann die fallenden Vorhänge in Dortmund bald leid. An manchen Punkten war da die Inszenierung an der Bayerischen Staatsoper noch besser. Auch das Bayerische Staatsorchester war leicht besser als das Dortmunder, während mir die Künstler gesanglich in Dortmund am besten gefallen haben. Das mag natürlich auch daran liegen, dass ich in der ersten Reihe saß.

Ich muss ausdrücklich sagen, dass mir die Künstler nur gesanglich gefallen haben, denn ich finde die jugendlichen Helden waren alle entweder zu alt besetzt oder zu dick. Im Zeitalter des Castings sollten auch Opernsänger mehr fürs Auge bieten, aber wahrscheinlich verlange ich da zu viel.

Wegen der Leitmotiv-Technik muss man Richard Wagner oft hören, um ihm auf die Schliche zu kommen. Dann ist es wirklich beeindruckend, wieviel Information in der Musik steckt. Das ist natürlich für mich faszinierend, weil es zeigt, dass Musik durchaus funktional aufladbar ist, also Zeichen-Charakter bekommen kann.

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