Verdi-Requiem

Gestern war ich nach langer Zeit mal wieder in der Berliner Philharmonie, aber nicht um die Berliner Philharmoniker zu hören, denn es spielte die Konkurrenz: das Konzerthausorchester Berlin. Zusammen mit dem Philharmonischen Chor, der Berliner Singakademie und Solisten brachte es das Verdi-Requiem zur Aufführung. Es war das erste Mal, dass ich dieses Requiem gehört habe und ich war sehr beeindruckt. Die Musik ist schon gewaltig, besonders im Dies irae. Man hat allerdings bei Giuseppe Verdi weniger den Eindruck eines Klangteppichs wie bei Richard Wagner, der somit moderner wirkt (obwohl die beiden ja Zeitgenossen waren). Dennoch zieht Verdi in seinem Requiem alle Register. Es ist monumentale Musik und sehr hörenswert.

Obwohl ich auf den letzten Drücker eine Karte bekommen hatte und auf einem so genannten Sonderplatz saß, waren der Ausblick und die Akustik fantastisch. Ich hatte das Orchester und den Chor direkt unter mir und konnte alles überblicken. Meine Sitznachbarn waren alle selbst Musiker und so konnte ich auch von ihrem bedeutungsvollen Mienenspiel und den Anmerkungen am Schluss profitieren, die meine Eindrücke bestärkten: Chor und Orchester waren ausgezeichnet, die Solisten weniger. Besonders beim Dies irae wirkte der Bass manchmal leicht unsicher auf mich und schien einmal einen Tick zu schnell zu sein, beim Agnus Dei kamen die Solistinnen mindestens einmal aus dem Takt, was auch meine Nachbarn deutlich bemerkten.

Insgesamt hinterließ das Konzert bei mir einen überwältigenden Eindruck. Ich habe mir auch gleich das Philharmonieprogramm mitgenommen. Ich sollte auf jeden Fall öfter in Konzerte gehen, zumal wenn man wie ich ein so schönes und akustisch gelungenes Konzerthaus wie die Philharmonie fast vor der Haustür hat.

2 Gedanken zu „Verdi-Requiem“

  1. Ja, das Konzert hat großen Spaß gemacht, auch dem Chor. Wir waren alle ein bisschen enttäuscht, dass das Agnus Dei bei den Solistinnen nicht so gelungen war, weil der Chor, der ja zwischendurch übernimmt, das echt gepaukt hatte. Es ist gesangstechnisch eine der anspruchsvolleren Passagen im Verdi-Requiem gewesen.
    Wenn du öfter in die Philharmonie gehen möchtest, empfehle ich schon mal die nocht in einiger Ferne liegende Aufführung des Weihnachtsoratoriums (1-3 und 6) am 23.12. um 20:00 Uhr. Falls du dann noch nicht zu sehr in Congress-Vorbereitungen steckst: Wir (also die Berliner Singakademie) konzertieren zusammen mit dem Kammmerorchester Carl Philipp Emanuel Bach und diesmal erwartungsgemäß besseren Solisten. Zumindest an Anette Markert (Alt) habe ich die besten Erinnerungen.

  2. Danke für den Tipp! Ich werde allerdings am 23.12. bei meiner Mutter sein. Gerade auch wegen des Congress’ kann ich den Weihnachtsbesuch bei meiner Mutter leider nicht nach hinten verschieben.

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