Schlechter Film von gutem Deutschen

Von dem neuen Film noir The Good German hatte ich mir eigentlich viel versprochen: George Clooney, Cate Blanchett, Tobey Maguire und der nicht unattraktive Christian Oliver, das Ganze in den Ruinen von Berlin, das konnte eigentlich nur gut werden! Wurde es aber nicht: Die ganze Handlung ist unrund! Zunächst wird der Fahrer (Tobey Maguire) als zweite Hauptfigur aufgebaut, um dann plötzlich zur Nebenfigur zu mutieren und durch einen anderen Fahrer ersetzt zu werden, obwohl es viel logischer gewesen wäre, wenn er später an entscheidender Stelle zur Waffe gegriffen hätte. Außerdem ist es völlig unplausibel, dass die weibliche Hauptperson auch vor Mord nicht zurückschreckt, um jemanden zu schützen, den sie eigentlich gar nicht schützen will, und dabei dann noch auf das Geld verzichtet, das sie dringend benötigt. Möglicherweise hat hier jemand nachträglich im Drehbuch herumgepfuscht. Anders lassen sich die Brüche wohl kaum erklären.

Die Geschichte geht überhaupt nicht auf! Sie ist im Grunde eine Mischung aus Casablanca und The Third Man; Casablanca wird am Ende sogar filmisch zitiert, möglicherweise um davon abzulenken, dass große Teile der Handlung aus The Third Man abgekupfert wurden, wobei der Film immer dann an Plausibilität verliert, wenn er von der Vorlage abweicht.

Ich kann nur allen empfehlen, diesen Film getrost zu ignorieren und stattdessen noch einmal The Third Man zu sehen. Vorher sollte man vielleicht die Doku zu den Wiener Örtlichkeiten noch lesen, dann kann man den Film ganz problemlos als Google Video genießen – am besten gefolgt von Citizen Kane (als Google Video), in dem Multitalent Orson Welles nicht nur eine Nebenrolle spielt, sondern die Hauptrolle und dazu noch Regie führt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.