Interpreter, Persepolis, Kiss Kiss Bang Bang

Da gerade Berlinale ist, gibt es heute mal geballt Kino, aber keine Angst, ich werde auch wieder andere Themen behandeln; das soll hier kein Kino-Blog werden. Am letzten Berlinale-Tag wollte ich eigentlich Caos Calmo in der Urania sehen, aber der Film mit Nanni Moretti war leider ausverkauft. Also musste ich mir etwas anderes überlegen. Zunächst entdeckte ich eine Kneipe, die ich bisher nur von außen kannte, nämlich die Böse Buben Bar in Berlin-Mitte. Dort gibt es selbstgebrautes Bier, das zwar etwas teuer, aber durchaus wohlschmeckend ist (zumindest das dunkle), auch sonst ist die Kneipe sehr gemütlich und angenehm untouristisch für die zentrale Lage.

Später gab es dann den Film The Interpreter, den ich schon länger mal sehen wollte, weil dort eine erfundene afrikanische Sprache namens Ku verwendet wird, was ich sehr interessant fand. Es ist eine typischer Vertreter der Bantusprachen. Das war aber auch schon der interessanteste Aspekt des Films, der mir sonst nicht sonderlich gefallen hat. Ich kann nicht sagen, ob es am Drehbuch, an der Regie oder an der ansonsten guten schauspielerischen Leistung von Nicole Kidman gelegen hat, aber irgendwie war der Charakter der Hauptfigur niemals undurchschaubar. Zudem hätte die Geschichte nicht so linear erzählt werden dürfen.

Da hatte mir das Filmprogramm der Vorwoche besser gefallen, über das ich noch gar nicht berichtet habe. Ich hole das hier bei der Gelegenheit gleich mal nach: Sehr gut gefallen hat mir Persepolis, ein Zeichentrickfilm, der auf dem gleichnamigen Comic basiert. Die Erzählung hat bei aller Tragik immer Witz und die Möglichkeiten des Zeichentricks werden sehr effektvoll genutzt – sehr sehenswert! Für den gleichen Abend hatte ich noch Kiss Kiss, Bang Bang ausgewählt, einen neueren Film Noir, der in Hollywood spielt. Er scheint zunächst etwas konventionell zu sein, entfaltet dann aber eine außergewöhnliche Erzählform, die am Ende auch vor der Metaebene nicht zurückschreckt. Großes Kino!

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