Brücke-Museum

Das Brücke-Museum Berlin stellt schon besondere Anforderungen an die Anreise. Es befindet sich nämlich am Rande des Grunewaldes an der Seitenstraße einer Seitenstraße einer Seitenstraße der Clayallee. Am besten reist man gleich selbstfahrend an, denn das Umsteigen zwischen U-Bahn und Buslinie 115 erweist sich wegen der knappen Zeiten und langen Wege am U-Bahnhof Fehrbelliner Platz als nicht gerade leichtes Unterfangen.

Das Museum liegt natürlich nicht ganz zufällig mitten in der Natur und ist ein Sechziger-Jahre-Flachbau im Bauhausstil des Architekten Werner Düttmann, der auch die Akademie der Künste (Berlin) entwarf. Leider kommt der architektonische Grundgedanke nicht mehr so gut zum Tragen, weil aus konservatorischen Gründen die meisten Fenster verhängt wurden. Es ist aber erstaunlich, wie modern die Flachbau-Architektur der Sechziger noch heute wirkt.

Die Ausstellungen des Museums wechseln ständig. Gezeigt werden vor allem die Werke des Künstlerkreises Die Brücke, zur Zeit Pastellmalerei von Karl Schmidt-Rottluff unter dem etwas irrigen Titel Extase, Rhythmus, Stille. Leider überwiegt das Spätwerk, in dem sich der Künstler bisweilen wiederholt und das nicht den gleichen Eindruck hinterlässt wie das Frühwerk. Einzig das Bild Drei rote Häuser, das sich an ein gleichnamiges Bild von Erich Heckel anlehnt, ragte aus dem Spätwerk heraus. Die frühen Pastell-Werke (zum Beispiel die lesende Frau oder die Postkarten) hinterließen auf mich einen tieferen Eindruck – und natürlich die wenigen Ölgemälde, die zum Vergleich mit der Pastellmalerei zu sehen waren.

Die nächste Ausstellung, die ab Mai Ernst Ludwig Kirchner gewidmet sein wird, verspricht, interessanter zu werden. Ich werde mich also bei besserem Wetter auf mein Fahrrad schwingen und noch einmal ins Brücke-Museum fahren.

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