Bügelbauten am Lehrter Bahnhof

Nachdem ich am Donnerstagabend die Kreuzberger Szene wiederentdeckt hatte, zog es mich am nächsten Tag gleich wieder dorthin. Diesmal konnte ich mich auch davon überzeugen, dass Möbel Olfe wirklich von der Einrichtung her mehr eine Trinkhalle als eine Kneipe ist. Sichtbeton wohin das Auge reicht, aber sie haben leckeres Bier: Berliner Bürgerbräu aus Berlin-Friedrichshagen und Żywiec, ein schlesisches Bier. Wir blieben aber nicht sehr lange, denn wir wollten ja auch noch ins Max & Moritz, wo ich mir nun endlich einen leckeren Flammkuchen zur Kreuzberger Molle genehmigte.
Dann schlug Thomas vor, mal einen Blick auf das große Bauvorhaben am Berliner Hauptbahnhof zu werfen. Dort sollte in der Nacht von Freitag auf Samstag der zweite „Bügelbau“ oder „Brückenbau“ über dem Bahnhof abgesenkt werden: Man hatte dort ein als mehretagige Brücke konzipiertes Bauwerk zunächst mal senkrecht in die Höhe gebaut, um es nun abzusenken und in die Waagerechte zu verlegen. Am besten schaut man es sich auf Fotos an. Es wird darüber natürlich auch gebloggt.
Es war ein eindrucksvolles Spektakel. Allerdings konnte man mit bloßem Auge ohne Zeitraffer praktisch nicht sehen, wie sich die Brückenteile bewegen. Da es dann auch noch anfing zu regnen, habe ich mich auf den Heimweg gemacht.

Durchs wilde Kreuzberg

Heute abend bin ich fast zufällig zu einer touristischen Besichtung Kreuzbergs gekommen. Eine gute Freundin hatte angeboten, meinen kanadischen Gästen ihre alte Wahlheimat Berlin SO 36 zu zeigen, und zwar den Teil Kreuzbergs, der sich rund um das Kottbusser Tor befindet. Wir begannen also am „Kotti“ und gingen dann langsam zur Luckauer Straße, an deren Ende sich die Berliner Mauer befand, von dort aus machten wir einen kleinen Rundgang über den ehemaligen Luisenstädtischen Kanal, St. Michael bis zum Mariannenplatz, wo gerade das Kunstprojekt City of Names gegenüber dem Künstlerhaus Bethanien entsteht. Anschließend kehrten wir bei einem Döner-Stand am Kotti ein. Nach einem sehr guten Döner ging es weiter zum Bierhimmel, wo die kanadischen Gäste gleich mal einen Eindruck in deutsche Befindlichkeiten bekamen, denn als wir zwei Tische zusammengestellt hatten (die ohnehin fast nebeneinander standen), wurden wir vom Kellner erst mal gerügt – da könnte ja jeder kommen! Der andere Kellner räumte dann nur die leeren Gläser ab, ohne nach weiteren Wünschen zu fragen – auch etwas merkwürdig. Es könnte vielleicht daran gelegen haben, dass wir nicht szenig genug aussahen und daher nicht willkommen waren, oder es war einfach schwäbische Ordnungsliebe (wenn man nach dem Pseudoberliner Akzent des Kellners geht) oder aufgesetzte Berliner Unfreundlichkeit (die kommt nur gut rüber, wenn der Akzent stimmt).
Wir wechselten also das Lokal und begaben uns (immer noch auf der Oranienstraße) ins Max & Moritz, wo es donnerstags das lokale Bier „Kreuzberger Molle“ im Angebot gab. Das hat die Kanadier natürlich schwer beeindruckt. Jedenfalls hat sie das Bier geschafft, denn ein Besuch beim Kuchenkaiser, wo es die Molle auch gibt, war nicht mehr drin. Wir haben auf dem Rückblick dann nur noch die angesagte „Trinkhalle“ Möbel Olfe von außen angeschaut, wo es eh erwartungsgemäß zu voll war, und sind mit der U-Bahn nach Hause gefahren.

Und nischt wie raus an’n Wannsee

Gestern und heute habe ich bereits ein wenig Ferienstimmung aufkommen lassen. Am Donnerstag schlug Thomas beim Mittagessen in der Kantine des ehemaligen Telefunken-Hochhauses der TU Berlin vor, nach Feierabend noch ins Strandbad Wannsee (der Wikipedia-Artikel ist übrigens größtenteils von mir!) 😉 zu fahren.
Dort war es sehr schön! Abends haben wir dann noch am Mexikoplatz im La Gondola Due und haben eine leckere Steinofen-Pizza und ein schwarzes Engel-Bier aus Crailsheim getrunken. Zum Nachtisch gab’s dann noch eine Panna Cotta bzw. ein Tiramisú und die Kellnerin servierte noch auf Kosten des Hauses mir einen Sambuca und Thomas einen Amaretto. Der „figürliche“ Effekt des Schwimmens und Radfahrens dürfte damit hinreichend neutralisiert sein. Vom Mexikoplatz ging es dann auch mit der Wannseebahn zurück.
Heute zog es mich dann wieder an den Wannsee. Obwohl ich eigentlich mit mindestens zwei Leuten verabredet war, blieb ich allein, denn in Berlin regnete es, und so dachten die anderen, auch am Wannsee würde es regnen. Das war allerdings nicht der Fall (jedenfalls nicht bis ich um 18 Uhr dann gegangen bin; auf der Rückfahrt in der S-Bahn hat es dann auch geregnet, allerdings nur während ich in der Bahn war). 🙂 Ich hab mir sogar einen sehr leichten Sonnenbrand zugezogen, so stark war die Sonne! Vielleicht war auch der Sonnenschutzfaktor (15) meiner Sonnencreme etwas zu schwach.
Abends habe ich dann noch etwas im Berliner Chaos Computer Club gechillt.

Christopher Street Day Berlin 2005 und Wikimedia Pre-Party

Heute fand mal wieder ein Christopher Street Day in Berlin statt. Ich habe ja seit 2001 an keinem mehr teilgenommen, weil ich immer etwas anderes zu tun hatte. Da war es natürlich mal wieder schön beim Berliner CSD dabei zu sein. Das Wetter war zunächst sehr gut, aber auch der kurze Regenschauer tat der Stimmung keinen Abbruch, sondern war eine willkommene Abkühlung.
Ich hatte mich mit ein paar Freunden am Kurfürstendamm/Ecke Meinekestraße verabredet. Das ist immer ein guter Startpunkt. Von da aus sind wir dann los. Es war eine ziemlich nette Gruppe – auch wenn wir uns immer mal wieder verloren haben und ich vorwiegend mit Thomas unterwegs war, der dank seines sportlichen freien Oberkörpers schon für Aufsehen sorgte.
Abends bin ich dann zur Pre-Party der Wikimedia-Mitgliederversammlung in die c-base gegangen. Das wäre beinahe ein Kontrastprogramm gewesen, hätte ich nicht schon vorher einen Wikipedianer (und Wikimedianer) auf einem der CSD-Wagen gesehen. So schloss sich dann der Kreis.
Die Party war recht nett und zog sich trotz des Wetterumschwungs lange hin. Allerdings war ich nachher sehr k.o., wie man sich leicht denken kann, hatte ich doch schon anlässlich des CSDs 12 km durch ganz Berlin zurückgelegt.

Gay Night at the Zoo

Am 23. Juni 2005 darf natürlich kein Eintrag fehlen. Am Abend war ich bei einem außergewöhnlichen Event, der Gay Night at the Zoo: Mitten im Berliner Zoo spielte das BVG-Orchester Swing. Zudem sang auch noch Luci van Org, die schon eine gute Swing-Stimme hat. Allerdings durfte sie dieses schrille rote Latex-Kleid wohl nur auf einer schwul-lesbischen Veranstaltung tragen. (Jemand in meiner Nähe sprach etwas despektierlich von einer roten Presswurst.)
Die Moderation um sie und das Orchester herum war allerdings etwas gewöhnungsbedürftig.
Apropos Kleidung: eigentlich war ja Abendgarderobe angesagt, weshalb ich mal wieder meinen Smoking hervorgekramt hatte. Ich habe ja viel zu selten Gelegenheit, dieses durchaus sommerlich bequeme Kleidungsstück zu tragen. Allerdings war ich (wenn man mal von einigen Lesben absieht) fast der einzige Smoking-Träger und somit wahrschein einer der wenigen adäquat gekleideten Gäste. Man durfte aber auch im Tierkostüm erscheinen. Manchen Muskelshirt-Trägern fehlte dafür nur noch eine tierische Gesichtsmaske. 🙂
Der befackelte Zoologische Garten ist eine tolle Party-Location für einen Sommerabend, und dieses Event wird sich bestimmt im nächsten Jahr wiederholen. Am besten schon mal vormerken!

Linux in Berlin und Lawrence Lessig

Gestern war so ein richtiger Open-Source-Aktionstag in Berolinum. Am Nachmittag bin ich ins Spreepalais in der Nähe der Museumsinsel. Dort fand eine Veranstaltung des Newthinking-Stores statt mit dem Titel: „Linux in Berlin“. Es ging natürlich um die Förderung von Linux in Berlin. Neben Vorträgen und Podiumsdiskussionen gab es – ähnlich wie auf dem Linuxtag – Stände der im Bereich quelloffener Software und freier Inhalte aktiven Gruppen. Als Wikipedianer war ich zur Unterstützung des Wikipedia-Standes auch eingeladen. Interessanterweise traf ich gleich beim Einlass einen alten Bekannten: einen Linguisten namens Karsten, den ich vor einiger Zeit mal über einen anderen Linguisten kennengelernt hatte. Er hat die Linguistik aufgegeben und arbeitet jetzt für Newthinking. Offensichtlich gibt es einen Zusammenhang zwischen Linguistik und Linux.
Die Vorträge waren eigentlich nicht interessant, dafür habe ich mich bei den einzelnen Ständen umgesehen: So konnte ich mich über die neuere Entwicklung bei OpenOffice informieren: OpenOffice/StarOffice hat inzwischen einen Marktanteil von 7%. Das ist angesichts der Übermacht von Microsoft schon ein sehr gutes Ergebnis. Zu sehen war bereits OpenOffice 2.0 als Beta-Version. Außerdem erwarb ich ein paar Open-Source-„Devotionalien“ am Newthinking-Stand.
Am Abend ging es dann weiter zum DBB-Forum (DBB steht offensichtlich für den Deutschen Beamtenbund), wo die Bundeszentrale für politische Bildung zu einem Vortragsabend mit Lawrence Lessig eingeladen hatte. Der Vortrag war vor allem wegen des überzeugenden Vortragsstils von Lessig interessant. Wer noch nicht von Creative Commons-Lizenzen überzeugt war, war es spätestens nach diesem Vortrag. Ich habe auch ein paar Tipps für meine eigenen Vorträge mitnehmen können. Da wird sich einiges ändern!
Es gab im Anschluss an den Vortrag noch einen „Empfang“, der es mir ermöglichte, auch noch persönlich mit dem Referenten ins Gespräch zu kommen. Schließlich fuhr ich mit Martina und Kurt noch in den CCCB, wo wir den Abend bzw. die Nacht noch gemütlich bei einer Flasche Wein ausklingen ließen.
Fotos von diesem Tag gibt’s übrigens auf Sven Guckes’ Seite.