Camp Discordia

Am letzten Wochenende fand im Rahmen des Jugendpolitfestivals Berlin 05 das Camp Discordia des Chaos Computer Clubs statt. Im Anhang von Camp Discordia gab es auch ein Wikipedia-Zelt, in dem ich aktiv war. War wieder nett, mal ein paar Wikipedianer (wieder) zu treffen.
Besonders gut haben mir die vielen netten Gespräche mit Wikipedianern und CCClern gefallen. Dabei haben mich sogar zwei Leute auf mein Blog angesprochen: ssc von thinknerd, wo ich früher gebloggt habe, und Markus von Newthinking, auf dessen Blog über Netzpolitik ich hier gleich mal hinweisen möchte. Es ist doch sehr motivierend, wenn man mitbekommt, dass man auch gelesen wird. Beiden musste ich erst mal erklären, dass ich durchaus noch ein Standbein in Berlin habe, wenn ich auch in Süddeutschland arbeite.
Das Herz des Camp Discordia war ein altes Gebäude schräg gegenüber des Freizeit- und Erholungszentrum (FEZ) in der Wuhlheide. Das musste erst in Stand gesetzt werden, was wohl eine ziemliche Arbeit war. Jedenfalls ist eine Super-Location draus geworden. Mit gelben Stoffbahnen und chilliger Beleuchtung gelang es, eine sehr angenehme Atmosphäre zu schaffen (jedenfalls jenseits des Eingangsbereichs). Es gab zwei große Räume für Vorträge und natürlich ein Hackcenter mit oft sehr angenehmer Hintergrundmusik. Im Hackcenter gab es eine Leinwand auf der gesniffte Passwörter angezeigt wurden (die letzten Zeichen wurden allerdings nicht angezeigt), um die Nutzer darauf hinzuweisen, dass man unverschlüsselte Passwörter nicht über das Netz verschicken soll. Aber natürlich gab es massenweise Leute, die das dennoch taten. So wurde das eine oder andere interessante Passwort bekannt. Interessant war es auch zu beobachten, was für unsichere Passwörter manche DAUs so benutzen. (Nein, Rotschopf ist kein gutes Passwort, Nico!) 😉
Das Event bot auch eine Menge Live-Musik. Mir gefiel Cueso recht gut, den ich vorher nicht kannte. Max Herre kannte ich natürlich schon unter dem Namen Freundeskreis. Zu meiner Freude sang er auch den Freundeskreis-Hit Esperanto. Auch Tocotronic am nächsten Abend war ganz nett (jedenfalls wenn man etwas entfernt war). Weniger überzeugt hat mich die Hauptattraktion, nämlich Fanta-4.
Insgesamt war es eine sehr interessante Veranstaltung, die auch sicher die Wikipedia und den CCC wieder etwas bekannter gemacht hat. Sollte wiederholt werden… Vielleicht könnte ja der CCC sein nächstes Camp in der Wuhlheide ausrichten. 🙂
Fotos gibt’s auch…

1337 & 14m3

Am Wochenende fand in Berlin in der c-base ein Hacker-Event statt, nämlich die Wochenendparty ph-neutral der Phenoeliten. Ein besonderer Reiz dieser Veranstaltung ist, dass nur geladene Gäste hereingelassen werden. Somit soll gewährleistet werden, dass nur die Hacker-Elite, also diejenigen, die wirklich 1337 sind, teilnehmen.
Mir war es gelungen, einen der begehrten „Keys“ (einen vielstelligen Zahlenschlüssel) zu bekommen und begab mich daher schon am Freitagabend in die c-base, wo sich die Nerds nach und nach einfanden, um am Ufer der Spree zu chillen. Leider gab es (außer Bionade) praktisch keine Kaltgetränke, weil ein Kühlschrank ausgefallen war. Auch das WLAN der c-base war aus Angst vor einem Hack abgeschaltet worden. So war die Stimmung am Anfang etwas bedrückt, aber nach und nach wurde es doch recht angenehm. Natürlich unterhielt ich mich vor allem mit den „üblichen Verdächtigen“ des CCC. Tim hat unter anderem erklärt, wie es kommt, dass wir dort auf der Party zusammenstehen, und der Pentabarf-Chefprogrammierer Sven hat mich für mein Interview bei Deutschland-Radio gelobt, was er zufällig gehört hatte. Das hat mich natürlich gefreut!
Ansonsten hatte ich eher den Eindruck, dass eine ganze Menge 14m3r anwesend waren: Ein Typ wollte unbedingt was Grundlegendes über Java wissen (das er „Scheba“ aussprach), und eine englischsprechende Frau wollte uns CCCler davon überzeugen, dass ihr Freund einen Vortrag über das Windows-Sicherheitspaket 2 auf dem Chaos Communications Congress halten könne. Wen interessiert das schon?

Brunch & Lange Filmnacht

Gestern früh bin ich zu einem Brunch, den Sven Guckes ins „Cortez“ (Uhlandstr. 149, Ecke Pariser Str.) zusammengetrommelt hatte. Es waren dort ein paar Aktivisten der Brandenburger Linux-User-Gruppe und des Chaos Computer Clubs zugegen – überwiegend „Texttool“-Fans – inklusive des Hackernachwuchses, wie auf Svens Fotos unschwer zu erkennen ist.
Die anderen sind nach dem Brunch erst mal zum Karneval der Kulturen weitergezogen. Ich hab mich dann erst mal nach Hause begeben, weil ich einen kleinen Mittagsschlaf dringend nötig hatte, um abends fit zu sein.
Sonntags besteht nämlich die Möglichkeit, im CCCB in familiärer Runde Filme anzuschauen, und da wollte ich nicht fehlen. Außerdem hatte ich Lust, dort auch zu kochen und zu essen und hatte schon mal einen sehr guten italienischen Wein eingepackt: einen Sangiovese aus der Toskana, genauer einen 1998er „Celsus“ des Weinguts Trambusti, das ich mit RFID-Aufkleber zu einem sehr günstigen Preis in Italien erworben hatte (der 1999er kostet im Augenblick nach Katalog ca. 15 Euro).
Zu dem edlen Wein gelang es uns (vor allem hukl und knuckels), Tortellini in Hühnchen-Sahnesoße herzustellen (gut, die Tortellini waren fertig aus dem Kühlfach gekauft). Das war richtig lecker!
Für den Filmabend hatte ich zwei DVDs mitgebracht, nämlich Being John Malkovich und Adaptation. Diese Filme gehören zusammen, denn der zweite Film spielt zu der Zeit der Dreharbeiten an dem ersten. Man sieht zum Teil die Aufbauten für den ersten Film.
Beide Filme sind wirklich Höhepunkte der Filmgeschichte, obwohl sie sehr unterschiedlich sind. Der erste Film ist ein modernes Märchen über die menschliche Identität. Sehr interessant ist der Einstieg in die Märchenwelt: Obwohl sich das Märchenhafte von Anfang an andeutet (z.B. sehr literarisch mit dem Puppenspiel von Abaelardus und Héloïse), tritt man erst in der Etage 7 ½ in die eigentliche Märchenwelt ein. Im zweiten Film geht es um Orchideen, „gute“ Drehbücher und das Verhältnis von „Realität“ und Fiktion („fiktiver Realität“), wobei natürlich auch die Realität im Film zwangsläufig fiktiv ist. Wie man sich denken kann, spielen hier (wie übrigens auch im ersten Film) Rekursivität und Metakommunikation eine wichtige Rolle.
Nach so anstrengenden Filmen gab es dann noch zur Entspannung etwas Seichtes und dennoch qualitativ Hochwertiges: den oskargekrönten Trickfilm The Incredibles. Ich muss allerdings sagen, dass der Film mir trotz der beeindruckenden Technik nicht besonders gefallen hat. Er enthält trotz aller Ironie unterschwellig auch neo-konservative Ideologie US-amerikanischer Prägung. Aber wahrscheinlich denke ich hier zu deutsch…

Datenspuren

Am gestrigen Sonntag bin ich mal sonntagsuntypisch ganz früh aufgestanden, um den EC um 7.26 Uhr nach Dresden zu erwischen. Am Bahnhof Zoo traf ich dann auch auf einen weiteren Hacker, nämlich hektor und in Schönefeld stieg dann auch noch Peter Bittner zu. Wo wollten wir bloß alle zu so früher Stunde hin? In Dresden fand ein „Chaos-Event“ statt, die Datenspuren 2005: Alles, was im Umfeld der freien Netze Rang und Namen hat, gab sich dort in der „Scheune“ ein Stelldichein:

  1. Die „Keynote“ habe ich aus brunchtechnischen Gründen halb verpasst, sie war aber auch sehr allgemein gehalten und daher nicht so interessant. Der Referent war zudem nicht so mitreißend.
  2. Dann folgten zwei interessante Vorträge über die TKÜV und ihre Folgen von Hannah Seiffert. Hannah sitzt bei der ECO, dem Verband der Internetwirtschaft, in Berlin in der Marienstr. 12, also direkt neben dem CCCB. Sie sollte vielleicht auch mal in Berlin vortragen…
  3. Den Biometrie-Vortrag kannte ich schon.
  4. Der Block über Videoüberwachung von Peter Bittner und dem Bielefelder padeluun vom FoeBuD war auch sehr spannend! Peter hatte ich ja schon im Zug getroffen. Er hat noch am Neustädter Bahnhof in Dresden Fotos für seinen Vortrag geschossen. Der war also wirklich topaktuell!
  5. Schließlich gönnte ich mir noch den Vortrag über AN.ON und machte mich dann auf den Weg zum Bahnhof, um wieder nach Süddeutschland zu fahren.

Es war ein interessanter, aber dennoch anstrengender Tag. Den Organisatoren ein großes Lob für das herausragende Programm! Ein paar längere Pausen zum Quatschen, Essen und Chillen hätten aber auch gut getan!

Himmelfahrt nach Berlin

Eigentlich wollte ich ja heute wandern gehen, aber das Wetter war etwas durchwachsen und da es in der Früh noch regnete, bin ich erst mal im Bett geblieben. Dann habe ich mich nach Berlin aufgemacht. Die Zugfahrt ging schnell rum, da ich Berge von Klausuren korrigieren musste. In Berlin hab ich mich dann entschlossen, noch etwas das zwar kalte, aber doch recht schöne Wetter zu nutzen und etwas zu radeln. Ich durchquerte also den Tiergarten und das Regierungsviertel, machte noch einen Abstecher zur Spree und wählte dann als Ziel den Club Discordia. Dort gab es frisch gebackenen Kuchen und später entschieden wir uns dann noch zu kochen. Leider gab es im Laden der „Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler“ am Bahnhof Friedrichstraße aufgrund des Feiertags nur noch eine geringe Auswahl. Es wird wirklich Zeit, dass die Geschäfte auch sonn- und feiertags geöffnet haben, denn man sieht deutlich, dass Bedarf besteht. Der Laden sah richtig ausgeplündert aus. Im Nahkampf an der Kühltruhe ergatterten wir gerade noch die letzte Milch und entschieden uns für Rostbratwürste ohne Darm, die gerade noch in knapp ausreichender Zahl feilgeboten wurden. Dazu gab es einen sehr guten Sangiovese aus Apulien. Nebenbei kompilierte sich KDE 3.4.0 auf meinem Rechner.

Im Erlanger Chaos

Obwohl der Dienstag für mich ein sehr anstrengender Tag ist, bin ich abends doch noch nach Erlangen gefahren, um am Treffen des örtlichen „Erfahrungsaustauschkreises“ (heißt wirklich so!) des Chaos Computer Clubs teilzunehmen, kurz am „Erlanger Chaos“. Als ich in Erlangen aus dem Zug stieg, begann gerade ein heftiger Platzregen. Obwohl das E-Werk nur ca. drei Minuten Fußweg vom Bahnhof entfernt ist, zog ich es daher vor, doch ein Taxi zu nehmen. Schließlich reichten mir die zehn Schritte zum Taxistand und nachher zum Eingang, um einigermaßen nass zu werden.
Der Abend war mal wieder interessant. Diesmal wurde viel diskutiert, so dass ich wenig am Rechner machen konnte, aber das ist ja auch mal ganz nett; schließlich kann ich ja auch zuhause am Rechner sitzen.
Unter anderem machte man mich bekannt mit dem unterfränkischen Kabarettisten Erwin Pelzig, was natürlich schon sprachlich ein Highlight war.

Bourne Supremacy

Heute war Film- und Kochabend im Berliner Chaos. Ich hatte einen Film und die Rohmaterialen zum Kochen besorgt. Würfel zauberte daraus Schweinemedaillons Toscana (mit Tomate und Käse überbacken), dazu Pommes Frites. Ein schöner Wein (Primitivo aus dem Salent) durfte auch nicht fehlen. Danach gab es dann zur Verdauung einen Film. Da ein Action-Film immer gut ankommt, hatte ich die “Bourne Supremacy” gewählt. Ich wollte diesen Film mit Matt Damon deshalb gern sehen, weil es einen Bezug zum Club gibt. Teile des Films wurden in unmittelbarer Nähe des Clubs aufgenommen, was unter anderem zu einem Stromausfall führte. Ich selbst bin auf dem Weg zur letzten S-Bahn mitten durch den Set gelaufen. Man wollte mich zwar daran hindern, aber meine letzte S-Bahn war mir dann doch wichtiger. Aber bis in den Film habe ich es dann doch nicht geschafft. Witzig war, dass einige der Moskau-Aufnahmen des Films ebenfalls in Berlin gedreht wurden. Ansonsten kann ich den Film nicht besonders empfehlen. Er gewinnt zwar dadurch, dass Franka Potente diesmal auf eine Nebenrolle reduziert wurde, aber es reicht nicht für einen A-Film.

Im Würzburger Chaos

Montag und Dienstag musste ich dienstlich in an einer Tagung über die Vergabe von Leistungspunkten an europäischen Unis teilnehmen. Das konnte ich natürlich schick mit einem touristischen Besuch verbinden. Am Sonntag erklomm ich also die Festung Marienberg, die ich Dank meiner Jahreskarte für bayerische Schlösser ohne weitere Kosten, dafür aber mit Führung besichtigen konnte. Da das Wetter dann plötzlich kalt und nass wurde, besuchte ich noch eine Sauna. Von dort war es dann nicht weit zu dem Lokal, wo sich der Würzburger Chaostreff sonntagsabends zusammenfindet. Dort gab es sogar Club-Mate, allerdings zum Rekordpreis von 2,5o Euro. Dafür kann man allerdings mit dem Kellner würfeln. Wenn man mehr Augen auf den beiden Würfeln hat als der Kellner, zahlt man nicht. Besser wäre es allerdings, wenn ohne das Würfeln die Mate an sich billiger wäre…
Am Montag und Dienstag musste ich dann angestrengt tagen. Es war zwar interessant, aber doch anstrengend. Zudem war das Mercure-Hotel außer teuer eher schlecht. Man hörte das Schnarchen der Zimmernachbarn, in meinem Zimmer war noch ein gebrauchtes Handtuch des Vorgastes, und beim Checkin wurde eine Kreditkarte als Absicherung für die Minibar verlangt. Das habe ich noch nie erlebt.
Am Montag blieb zwischendurch noch etwas Zeit für die Besichtigung der Würzburger Residenz. Die ist wirklich beeindruckend! Die Tiepolo-Fresken sind atemberaubend! Im Rahmenprogramm der Tagung gab es noch eine sehr interessante Führung durch den staatlichen Hofkeller unter der Residenz, bei der ich einiges über Wein lernen konnte, so wurde unter anderem das Geheimnis des Müller-Thurgaus gelüftet und ich erfuhr, was Malolaktik ist (demnächst mehr davon in der Wikipedia).