Metalab

Gerade bin ich in Wien anlässlich einer Tagung, aber diese Tagung verliert an Bedeutung angesichts des Wiener Metalab, in dem ich viel Zeit verbringe. Das ist eine tolle Einrichtung, was letztlich auch an der Wiener Kaffeehaus-Mentalität liegt. Hier kann diskutiert werden, was das Zeug hält – einfach super! Heute habe ich viel mit kewagi diskutiert, unter anderem über das Nachfolgekonzept der Familie. So ein Hackerspace kann ein Nachfolger für die traditionelle Familie sein.

Das Metalab hat mir gezeigt, dass ich es in Wien gut aushalten könnte. Ich bin ja erblich vorbelastet, da ich einen österreichischen Großvater habe, aber bisher war mir gar nicht so klar, wie sehr ich mich in Wien heimisch fühlen kann.

Bundestrojaner

Troianus ad portas

In den letzten Tagen war der Bundestrojaner sehr im Gespräch. Ich habe dazu mal ein Foto gemacht. Nicht nur Leute vom Chaos Computer Club kamen zu Wort, sondern auch Politiker, deren Kenntnisse über das Internet ja bekanntlich nicht wirklich überzeugen. Dieter Wiefelspütz, den ich als Demokrat schätze, forderte, dass das Schäuble 2.0 den Bundestrojaner mal vorführen solle. Eigentlich ist das unnötig, zumal die Chinesen ja schon gezeigt haben, wie es geht.

Der Camp-Effekt

Am Dienstag nach dem Chaos Communication Camp war ich mal wieder bei der Erlanger Computergruppe. Es waren zwei neue Erlanger dort, die auf dem Camp waren und nun auch plötzlich Interesse an lokalem „Erfahrungsaustausch“ hatten. Es ist ein interessantes Phänomen, dass manche Leute erst zu einer Großveranstaltung fahren, bevor sie auf lokaler Ebene aktiv werden. Man erwartet das ja eher umgekehrt, denn auf lokaler Ebene ist es ja viel einfacher, erst einmal Leute kennen zu lernen. In der Praxis beobachte ich aber eher die umgekehrte Verhaltensweise. Daher hat so ein Camp – wie auch der Chaos Communication Congress – auch eine positive Wirkung auf lokaler Ebene, und der einzelne Erfa-Kreis kann sich Werbemaßnahmen sparen. Das übernimmt dann schon heise.de und die sonstige computeraffine Presse.

Als ich nach dem Treffen noch Geschirr in die E-Werk-Kellerbühne zurückbrachte, fiel jemandem mein Nerd-T-Shirt auf und er fragte, ob ich auch auf dem Camp war. Als ich das bejahte, zeigte er mir das Camp-Armband, das er noch am Handgelenk trug. Offenbar gibt es noch eine größere „Dunkelziffer“…

Inzwischen läuft der flickr-Pool cccamp07 geradezu über, und es kommen immer mehr dazu, demnächst auch welche von mir. 🙂 Sehr schöne Fotos hat übrigens auch Sascha gemacht, man sollte allerdings lieber irgendwo bei den Nachtfotos beginnen, die doch sehr spektakulär sind und die Atmosphäre schön einfangen.

Camp Talks

Here are some comments on the talks & workshops I attended at the Chaos Communication Camp. If you have missed some or all of them, you’ll be able to watch the camp video recordings that will be ready by the end of the year (and announced on the CCC events blog).

  • The first lecture was Constance & starbug’s talk on the avoidance of surveillance & biometrics which I liked, although it didn’t contain anything new to me, but of course, it was meant for a general public.
  • This talk was followed by Frank & Ron’s contribution on Stasi 2.0. Again, I didn’t learn so much and began to get a bit disappointed, because I had higher expectations. Nevertheless, their talk gave a good overview and will have some follow up at an upcoming CCC event.
  • I went to another talk by Frank (this time with erdgeist) with the somewhat misleading title How to (really) forget your secret crypto key. It dealt with security flaws of flash memory. I finally got some new information, but I recommend the lecturers to do their talks in German.
  • Levien’s lecture on Life & Complexity promised to be interesting. Unfortunately, the lecturer spent to much time on his introduction (more than 40 out of 50 minutes, including discussion time!). Somebody has to tell him that human beings (unlike Shiva) have but two hands, which wasn’t enough for holding a microphone and a manuscript while handling a computer and pointing to slides.
  • Hacking on the Nanoscale was a real highlight of the camp lectures. It has probably stimulated some new approaches to hardware hacking.
  • Dan Kaminsky’s Black Ops was an entertaining contribution to the Camp’s program, but unfortunately Dan hopped from one topic to the next which got me rather confused at about one o’clock in the morning, all the more that switched between his talk and the Taugshow, which wasn’t less confusing.
  • Aleχ’s workshop on Lojban was another highlight of my personal Camp program. I hope he’ll be offering a follow-up too.

As you can see from the program schedule, I missed quite a lot of interesting stuff. That’s why I’m desperately waiting for the video documentation.

Chaos Communication Camp: Atmosphärisches

Es gibt Ereignisse, die eine ungeheuere Wirkung auf diejenigen haben, die an ihnen beteiligt sind. Ein solches Ereignis ist das Chaos Communication Camp (Website, Wiki, Blog), das in diesem Jahr in Finowfurt stattfand und von dem ich gerade zurückgekehrt bin. Sicher spreche ich da nicht nur für mich, sondern auch für andere Teilnehmer. Genau genommen besteht das Camp ja darin, mit ein paar Nerds unter widrigen Umständen ein paar Tage auf dem Acker (auf des Heiligen Reiches Streusandbüchse) zu campen. Was ist daran faszinierend?

  • Zunächst ist es faszinierend, wie im Nirgendwo die Infrastruktur einer mittleren Kleinstadt entsteht (mit Abstrichen bei der Sanitärtechnik, die im Wesentlichen vom Luftfahrtmuseum übernommen wurde). Es gab Strom und Internet für alle und eine vorbildliche Essens- und Getränkeversorgung.
  • Die nächtliche Beleuchtung und Beschallung trugen zudem sehr zur Camp-Atmosphäre bei. So ein Freiluftcamp vermittelt ein ganz besonderes Gefühl von Freiheit.
  • Was aber besonders fasziniert, sind die Teilnehmer: Hier gibt es nur wenige Spießer, die sich selbstzufrieden zurücklehnen. Die meisten Camp-Teilnehmer sind vielseitig interessiert und ständig auf der Suche nach Neuem. So kann man mitten in der Nacht am Lagerfeuer oder in der Hängematte über die Heisenbergsche Unschärferelation, über Achilles und die Schildkröte oder Schrödingers Katze diskutieren und dabei noch etwas Neues lernen. Auch alte und neue Bücher, der Unwahrscheinlichkeitsantrieb und was die Welt im Innersten zusammenhält sind durchaus Themen, die diskutiert werden.

Für mich war das Camp besonders deshalb so bemerkenswert, weil ich eine Menge neuer und sehr netter Leute kennen gelernt habe: zum einen durch meine Mitarbeit bei der Betreuung der Vortragenden (hochtrabend „Konferenzleitung“ genannt), wo sich nicht nur unter den Vortragenden, sondern auch bei den Helfern interessante Leute einfanden, zum anderen durch das eigentlich gar nicht vorhandene GayVillage: Ein Unbekannter mit dem Nickname Darkstar hatte im Wiki ein schwul-lesbisches Village eingetragen. Bei dem Versuch, das nicht-vorhandene GayVillage zu finden, trafen sich immerhin nicht weniger als zehn Leute, was man durchaus als Erfolg werten kann, denn darunter waren ein paar sehr nette Nerds, mit denen ich gern weiter in Kontakt bleiben werde.

Natürlich gab es auch ein Programm, von dem ich trotz lauter Chill-Möglichkeiten durchaus das eine oder andere Highlight besucht habe, aber dazu werde ich später einen Eintrag schreiben.

Aktiv im E-Werk

Lightning

Das Erlanger E-Werk feiert gerade sein 25-jähriges Jubiläum und gestern durften sich die Gruppen vorstellen, die im e-werk aktiv sind, darunter auch die Computergruppe, die gleichzeitig „Erfa-Kreis“ des Chaos Computer Clubs ist. Hier gab es drei interessante Vorträge: einen über Trojaner, einen über „Mitmachen im Netz“ von Arnomane und einen über Wahlcomputer von erdgeist und mir. Es waren zwar nur so 17 Besucher sa, aber ich fand unser Programm sehr gut und denke, dass bei den wenigen Zuhörern auch was angekommen ist. Vielleicht konnten wir dazu beitragen, dass Erlangen wahlcomputerfrei bleibt. Eigentlich sollte man solche Veranstaltungen öfter machen – ganz im Sinne der Freiheitsredner.

LinuxTag bag

Linux-Tag bag

Due to my anger about Flickr’s censorship (which still annoys me), this post comes a bit late. Actually, I wanted to write about the last LinuxTag, which (finally) found its way to Berlin, but I think it’s too late to write a lengthy article about it. So a brief summary this year’s LinuxTag must suffice: the most attractive project for me was OpenStreetMap, whereas FreeBSD had the most attractive people. 🙂 And enjoy this pic of a LinuxTag bag, which I took inspired by the BoNY photoblog, powered by Jonathan.

Miniatur-Wunderland

Nachdem ich den Ostersamstag vor allem damit zugebracht hatte, meine diversen Kalender zusammenzuführen und ins iCal-Format zu überführen, wurde der Sonntag touristisch gestaltet, denn wir besuchten das Miniatur-Wunderland (Webauftritt). Das ist wirklich sehenswert, besonders für alle um die 8 bzw. 38 Jahre. Viel interessanter als die elektrische Eisenbahn fand ich die fahrenden Autos, die Schiffe und die vielen Details um die Modelleisenbahn herum. Besonders beeindruckend war, dass mittendrin auch ein Modell vom Haus des Lehrers stand mit einer Blinkenlights-Installation. Sehr gute Idee! Interessant war auch der Leitstand und die Baustellen für die Erweiterung der Miniaturwelt.

Anschließend waren wir noch in der benachbarten Kaffeerösterei in der Speicherstadt, an der ich kein besonderes Gefallen finden konnte, denn ich fand sie etwas hochpreisig, während der Service (Selbstbedienung!) nicht besonders überzeugte. Dazu ärgerte mich die verrauchte Luft, die man auf dem Weg zur Selbstbedienungstheke nicht vermeiden konnte. Da nützt dann auch eine Nichtraucherzone kaum. Da freut man sich jedenfalls auf den bevorstehenden verbesserten Nichtraucherschutz!

Nach einem Zwischenstopp auf den Landungsbrücken ging es dann mit der S-Bahn zurück zum Easterhegg.

Easterhegg: WEP-Verschlüsselung unbrauchbar

Auf dem Weg zum Easterhegg 2007 ging es zunächst problemfrei mit dem Zug von Berlin nach Hamburg, zumal Verena daran gedacht hatte, rechtzeitig zu reservieren, denn am Karfreitag war der Zug bis auf den letzten Platz besetzt. Die Reise wurde erst in Hamburg zum Abenteuer: unser Gastgeber holte uns freundlicherweise von Hamburg Hauptbahnhof mit dem Auto ab; beim Beladen seines Peugeot 307 ließ er dann seinen Autoschlüssel im Kofferraum liegen und schlug diesen zu. Da es sich um ein Coupé-Cabriolet handelte, war der Kofferraum nun dicht verschlossen und er kam nicht mehr an den Schlüssel, obwohl das Fahrzeug ansonsten offen war. Zuerst versuchten wir es bei der Peugeot-Service-Hotline, wo man aber nicht helfen wollte. Der ADAC rückte nach ca. einer Stunde an und bemühte sich über eine Stunde lang nach Kräften, aber ohne Erfolg! Dann rückte ein Trupp Hacker an, konnte aber auch nichts ausrichten (trotz umfangreichen technischen Equipments). Schließlich half nur der ADAC-Abschleppdienst, der das Auto zu seinem Zweitschlüssel ins Hamburger Umland brachte. Das Ganze ereignete sich direkt vor dem Polizei-Container des Hamburger Hauptbahnhofs. Die regelmäßig vorbeiziehende Polizei-Streife interessierte sich aber überhaupt nicht für die äußerst verdächtigen Aktivitäten vor ihrer Tür.

Zum Glück erreichten wir den Easterhegg noch rechtzeitig für einen interessanten Vortrag aus dem Darmstädter Chaos: Der Darmstädter Erik Tews berichtete über seine Diplomarbeit, in der er auf der Basis von ein wenig Mathematik (Theorem von Klein) die Wired Equivalent Privacy-Verschlüsselung in weniger als einer Minute alles andere als wired equivalent aussehen lässt. Die Idee ist so einfach wie genial: In Erweiterung des Klein-Theorems berechnet Tews nicht einzelne Bytes, sondern deren Summen, und um genug Pakete zu haben, schickt er eine abgefangene (verschlüsselte) ARP-Anfrage ins Netz und sammelt damit Daten (ARP-Anfragen lassen sich auch verschlüsselt an ihrer Länge erkennen). An den vielen ARP-Anfragen kann man den Angriff auch erkennen (sofern das jemand überprüft!), allerdings wird zur Zeit an einer Passivstrategie gearbeitet, die dann den Angriff unbemerkbar macht, weil keine besonderen Anfragen ins Netz geschickt werden müssen.

Fazit: Es ist an der Zeit, sich von WEP zu verabschieden. Eigentlich sind ja WLAN-Verschlüsselungen eh unsinnig, denn nur eine end-to-end-Verschlüsselung hält, was sie verspricht. Es wäre viel besser, wenn man alle WLANs offen ließen, die eigenen Daten tunneln würde und so ganz nebenbei flächendeckendes Internet hätte.

Ausflug nach Finowfurt

Luftfahrtmuseum Finowfurt

Als Fahrer des Phone Operation Center hatte ich Gelegenheit, den Standort (neudeutsch: Location) vom Chaos Communication Camp 2007 in Finowfurt anzuschauen. Dieser befindet sich auf dem Gelände des Luftfahrtmuseums Finowfurt: Dieses Museum wird in die Camp-Aktivitäten mit Gewinn eingebunden, denn dort steht viele interessante Hardware herum. Ich sehe schon vor meinem geistigen Auge, wie die Funker große Antennen aus den leeren Parabolscheiben bauen werden. Schön sind die Hangars, in denen man bei angenehmen Temperaturen im Sommer sicher schön tagen kann. (Besonders beeindruckt haben mich die tonnenschweren Tore der Hangars.) Ich freue mich sehr auf das sommerliche Outdoor-Event! Sascha hat schon mal viele schöne Fotos gemacht!