Krieg der Welten

Da das Treffen der örtlichen Esperanto-Gruppe ziemlich schwach besucht und somit schon um halb neun vorbei war, entschied ich mich spontan, noch ins Kino zu gehen und den Film Krieg der Welten zu sehen. Das Kino war sehr leer, insgesamt waren wir wohl zu dritt im großen Saal. Der Film ist auch ziemlich schwach. Am Anfang fand ich ihn noch ganz spannend – besonders die Auseinandersetzungen zwischen Vater und Sohn kamen gut rüber (während das Mädchen ziemlich nervig gespielt hat; auch Tom Cruise war gewohnt schwach); dann aber – etwa ab der Szene im Keller des zerstörten Hauses, wo dann die Aliens auftauchen, fand ich den Film ziemlich unerträglich. Die Story wurde immer lahmer, die Effekte wiederholten sich, und ich fragte mich, ob die Außerirdischen zum Lachen oder zum Weinen sein sollten. Diese Mischung aus Alien und E.T. ist beinahe peinlich. Auch das Ende überzeugt nicht, aufgrund der überraschenden Deus ex machina-Lösung. Im Original war das nach meiner Erinnerung etwas besser gelöst oder doch zumindest vorbereitet. Gut, auch im Film gibt es ganz am Anfang eine Andeutung.
Ein kleines Highlight aus dem Film: Der Sohn fragt, ob es sich um Terroristen handelt; der Vater gibt zur Antwort, dass die Wesen von weither kommen, darauf fragt der Sohn: „Aus Europa?“

The Thirteenth Floor

Gestern habe ich mal wieder einen Film für einen privaten Videoabend mit den üblichen Verdächten besorgt. Ich hatte den Film The Thirteenth Floor besorgt, in dem es hackerfreundlicherweise um eine nicht ganz so virtuelle Welt geht (bzw. um die nicht ganz so reale). Unter anderem spielt einer meiner Lieblingsschauspieler mit, nämlich Armin Mueller-Stahl. Der Film kam 1999 in die Kinos, im gleichen Jahr wie der Film Matrix, der auf der gleichen literarischen Grundlage beruht: dem Roman Simulacron-3 (eigentlich A Counterfeit World von Daniel F. Galouye. Allerdings ist der Dreizehnte Stock sehr viel näher am Original. Was viele nicht wissen: des gibt eine weitere legendäre Verfilmung desselben Romans, nämlich unter dem Titel Welt am Draht von keinem geringeren als Rainer Werner Fassbinder (1973 als zweiteiliges Science-Fiction-Fernsehspiel). Schade, dass ich mir das nirgends ausleihen kann.

Per Anhalter durch die Galaxis

Heute habe ich mir einen langgehegten Wunsch erfüllt und mir Per Anhalter durch die Galaxis im Kino angeschaut – leider ging es nur auf Deutsch, die englische Version muss ich irgendwann noch mal nachholen – spätestens wenn es sie auf DVD gibt – allein schon wegen der unnachahmlichen Lexikon-Stimme von Stephen Fry. Bei der Gegenüberstellung der Encyclopaedia Galactica mit dem Anhalter-Lexikon (“Hitchhiker’s Guide”) muss man ja unwillkürlich an eine ungenannte Enzyklopädie im Verhältnis zur Wikipedia denken (die Grafiken im Film ähneln den unsrigen, das Preisverhältnis auch!).
Der Film ist ja unter Fans umstritten, aber ich denke, auch oder gerade da, wo er vom Buch abweicht, ist der Film besonders gut. Es ist schließlich ein perfekter Hollywood-Film geworden. Schon das Buch weicht vom ursprünglichen Hörspiel ab, weil es eben ein Buch ist; der Film wiederum muss eben auch von Buch und Hörspiel abweichen. Das hat seine Berechtigung in der unterschiedlichen „Medialität“, wenn ich mich mal so geschwollen ausdrücken darf.
Jedenfalls hat der Film Lust darauf gemacht, dass ich mir das Hörspiel mal wieder antue und mir auch das Buch wieder vornehme (beides zum dritten Mal). Wenn ich nur wüsste, wem ich das Hörspiel gerade geliehen habe… (bitte melden!)
Ob ich mir den Krieg der Welten antue, weiß ich noch nicht: erstens steh ich nicht so auf Tom Cruise, zweitens finde ich da – ähnlich wie beim Anhalter – die Hörspielfassung (von keinem Geringeren als Orson Welles) für ein wirkliches Meisterstück, das man nicht so ohne Weiteres überbieten kann. Dagegen verblasst sogar der Originalroman von H.G. Wells. Jetzt sagen viele Kritiker einhellig, der Originalroman sei besser als der neue Film, was nicht für letzteren spricht.

Wikimedia Deutschland, Quadrophenia

Heute fand die Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland in der c-base statt. Das ist der Förderverein für freies Wissen im Wikipedia-Umfeld. Die Veranstaltung zog sich ziemlich hin, aber schließlich war es geschafft: der neue Vorstand war gewählt. Viel verändern wird sich wahrscheinlich nicht, weil der geschäftsführende Vorstand gleich geblieben ist. Neuerungen gibt es nur bei den Beisitzern: Ich bin mit von der Partie. Mal sehen, wie es wird! Für den Fall, dass ich nicht gewählt werden sollte, hatte ich mir während der Sitzung schon mal eine Selbstvorstellungsseite in der samoanischen Wikipedia gebastelt.
Abends wurde noch gegrillt. Ich habe mich irgendwann abgesetzt und bin durch das abendliche Berlin ins Berliner Chaos geradelt, wo heute Quadrophenia gegeben werden soll.
Einstweilen eine Leseempfehlung aus dem Club: Atombombe über Bord!.
Der Film ist dann tatsächlich gelaufen. Es handelt sich um einen Film über die 1960er Jahre und besonders über die Mod-Subkultur in England und über die Auseinandersetzungen zwischen Mods und Rockern; das Ganze mit der Musik von The Who. Etwas störend war, dass wir den Film nicht einheitlich auf Englisch gesehen haben, denn es waren nachträglich eingefügte Szenen auf Englisch dabei, so dass das Sprachen- und Stimmengewirr gerade am Anfang etwas verwirrend war. Ich gebe aber gern zu, dass das britische Englisch (teilweise mit starkem Akzent) schon etwas schwierig zu verstehen ist, aber Jimmys Mutter hätte ich schon gern auf Englisch schimpfen hören. Das Ende des Films ist übrigens etwas sonderbar.

Brunch & Lange Filmnacht

Gestern früh bin ich zu einem Brunch, den Sven Guckes ins „Cortez“ (Uhlandstr. 149, Ecke Pariser Str.) zusammengetrommelt hatte. Es waren dort ein paar Aktivisten der Brandenburger Linux-User-Gruppe und des Chaos Computer Clubs zugegen – überwiegend „Texttool“-Fans – inklusive des Hackernachwuchses, wie auf Svens Fotos unschwer zu erkennen ist.
Die anderen sind nach dem Brunch erst mal zum Karneval der Kulturen weitergezogen. Ich hab mich dann erst mal nach Hause begeben, weil ich einen kleinen Mittagsschlaf dringend nötig hatte, um abends fit zu sein.
Sonntags besteht nämlich die Möglichkeit, im CCCB in familiärer Runde Filme anzuschauen, und da wollte ich nicht fehlen. Außerdem hatte ich Lust, dort auch zu kochen und zu essen und hatte schon mal einen sehr guten italienischen Wein eingepackt: einen Sangiovese aus der Toskana, genauer einen 1998er „Celsus“ des Weinguts Trambusti, das ich mit RFID-Aufkleber zu einem sehr günstigen Preis in Italien erworben hatte (der 1999er kostet im Augenblick nach Katalog ca. 15 Euro).
Zu dem edlen Wein gelang es uns (vor allem hukl und knuckels), Tortellini in Hühnchen-Sahnesoße herzustellen (gut, die Tortellini waren fertig aus dem Kühlfach gekauft). Das war richtig lecker!
Für den Filmabend hatte ich zwei DVDs mitgebracht, nämlich Being John Malkovich und Adaptation. Diese Filme gehören zusammen, denn der zweite Film spielt zu der Zeit der Dreharbeiten an dem ersten. Man sieht zum Teil die Aufbauten für den ersten Film.
Beide Filme sind wirklich Höhepunkte der Filmgeschichte, obwohl sie sehr unterschiedlich sind. Der erste Film ist ein modernes Märchen über die menschliche Identität. Sehr interessant ist der Einstieg in die Märchenwelt: Obwohl sich das Märchenhafte von Anfang an andeutet (z.B. sehr literarisch mit dem Puppenspiel von Abaelardus und Héloïse), tritt man erst in der Etage 7 ½ in die eigentliche Märchenwelt ein. Im zweiten Film geht es um Orchideen, „gute“ Drehbücher und das Verhältnis von „Realität“ und Fiktion („fiktiver Realität“), wobei natürlich auch die Realität im Film zwangsläufig fiktiv ist. Wie man sich denken kann, spielen hier (wie übrigens auch im ersten Film) Rekursivität und Metakommunikation eine wichtige Rolle.
Nach so anstrengenden Filmen gab es dann noch zur Entspannung etwas Seichtes und dennoch qualitativ Hochwertiges: den oskargekrönten Trickfilm The Incredibles. Ich muss allerdings sagen, dass der Film mir trotz der beeindruckenden Technik nicht besonders gefallen hat. Er enthält trotz aller Ironie unterschwellig auch neo-konservative Ideologie US-amerikanischer Prägung. Aber wahrscheinlich denke ich hier zu deutsch…

Bourne Supremacy

Heute war Film- und Kochabend im Berliner Chaos. Ich hatte einen Film und die Rohmaterialen zum Kochen besorgt. Würfel zauberte daraus Schweinemedaillons Toscana (mit Tomate und Käse überbacken), dazu Pommes Frites. Ein schöner Wein (Primitivo aus dem Salent) durfte auch nicht fehlen. Danach gab es dann zur Verdauung einen Film. Da ein Action-Film immer gut ankommt, hatte ich die “Bourne Supremacy” gewählt. Ich wollte diesen Film mit Matt Damon deshalb gern sehen, weil es einen Bezug zum Club gibt. Teile des Films wurden in unmittelbarer Nähe des Clubs aufgenommen, was unter anderem zu einem Stromausfall führte. Ich selbst bin auf dem Weg zur letzten S-Bahn mitten durch den Set gelaufen. Man wollte mich zwar daran hindern, aber meine letzte S-Bahn war mir dann doch wichtiger. Aber bis in den Film habe ich es dann doch nicht geschafft. Witzig war, dass einige der Moskau-Aufnahmen des Films ebenfalls in Berlin gedreht wurden. Ansonsten kann ich den Film nicht besonders empfehlen. Er gewinnt zwar dadurch, dass Franka Potente diesmal auf eine Nebenrolle reduziert wurde, aber es reicht nicht für einen A-Film.