Rufus & Judy

Due to my interest in modern cinema, I came across the singer and song writer Rufus Wainwright and I bought a couple of his discs. I like his Chanson style very much, but what is more important: thanks to his remake concert at Carnegie Hall I discovered Judy Garland’s famous concert recording. I had known Judy Garland before, mainly from The Wizard of Oz (a performance of which I had once seen in Sausalito when I studied in California), but I didn’t know about the concert. So, I’m not so critical about Rufus redoing Judy as other people seem to be (among them my colleague Ben Munson), since Rufus made me discover a very entertaining concert with great songs. Of course, Judy’s performance is not always flawless, but it is very enjoyable and I like her interpretation better than the remake which is still quite good; however, as Rufus himself says during the concert: he is more a song writer than a singer, at least when it comes to jazz music (or rather swing), which is certainly more difficult than pop music.

My favorite song of Judy’s and Rufus’s concert is Puttin’ on the Ritz, a musically very interesting song by Irving Berlin. There is a slight textual change in Rufus’s version which I can’t explain:

  • Judy sings:
    That’s where each and every lulu-belle goes
    Every Sunday evening with her swell beaux
    Rubbin’ elbows
  • Rufus sings:
    That’s where each and every lulu-belle goes
    Every Sunday evening with her swell girls
    Rubbin’ elbows

Why does he change beau to girl? Is this some kind of Gender mainstreaming? It is not really a good idea, because the rhyme gets lost.

Grand Prix Eurovision 2008

Am Samstag gab es den Eurovision Song Contest 2008, für den ich ja die ältere französische Bezeichnung schöner finde, nämlich Grand Prix Eurovision de la Chanson. Außerdem klingt Allemagne deux points nobler als Germany two points, aber inzwischen hält wohl nur noch Frankreich an der französischen Sprache fest. Mehr als zwei Punkte hatte der deutsche Beitrag übrigens wirklich nicht verdient. Die No Angels klangen irgendwie schräg, und der Auftritt mit den Flatterkleidern wirkte unbeholfen.

Mein persönlicher Favorit war Ani Lorak aus der Ukraine, deren Shady Lady musikalisch interessant war. Zudem beeindruckte mich auch die Choreographie (und ganz persönlich: 🙂 der kleine blond[iert]e Tänzer mit der eindrucksvollen Körperbeherrschung *dahinschmelz*). Offenbar kam der ukrainische Beitrag auch sonst gut an, denn er belegte den zweiten Platz.

Wie man der Punktetabelle leicht entnehmen kann, hätte die Ukraine übrigens gewonnen, wenn Russland nicht so viele Punkte aus (ehemaligen) Satellitenstaaten bekommen hätte. Es ist eigentlich sehr ärgerlich, dass solche äußeren Umstände eine doch entscheidende Rolle spielen, und Nationalismus wichtiger ist als Kunst.

Mahlers Siebte und Charles Ives

An diesem Wochenende war ich bei einem Konzert der Bamberger Symphoniker; es gab zwei sehr interessante Stücke zu hören: Zunächst Central Park in the Dark von Charles Ives (ausführlicher auf Englisch), den ich nicht kannte, und anschließend die 7. Sinfonie meines Lieblingskomponisten Gustav Mahler (Symphony No. 7 in der englischen Wikipedia). Ives und Mahler sind Zeitgenossen, ihre Musik ist aber doch recht unterschiedlich. Ives klingt viel moderne, obwohl beide in ihren Werken Klangexperimente durchführen, die als modern im besten Sinne des Wortes bezeichnet werden können. Der Unterschied wurde umso deutlicher, da Ingo Metzmacher den Mahler direkt an den Central Park anschloss, was harmonisch möglich und daher sehr effektvoll war.

Charles Ives’ Stück besteht aus einer gleichbleibenden Streichersequenz, die sich immer wiederholt und Stille im Central Park symbolisiert. Darüber spielen andere Instrumente Sequenzen, die für die verschiedenen Geräusche der Stadt stehen, die in den Park eindringen: die Klarinette spielt einen Gassenhauer (den Ives wohl neu komponiert hat, der aber irgendwie bekannt klingt), zwei Klaviere spielen Barmusik. Für das Orchester wird es dabei richtig schwer, denn die verschiedenen Instrumentengruppen müssen teilweise unabhängig voneinander spielen. So übernimmt der Konzertmeister zeitweise die Führung der Streicher, während der Dirigent einen Ragtime dirigiert. Das ist schon sehr eindrucksvoll!

Obwohl ich Mahlers Musik sehr schätze, hatte ich die 7. Sinfonie etwas vernachlässigt – zu Unrecht, denn diese Sinfonie ist wahrscheinlich eine der innovativsten, weil Mahler dort eine Reihe von Klangexperimenten durchführt: Kirchenglocken, Kuhglocken, Gitarre und Mandoline mischen sich in den Orchesterklang und die Geigen werden bisweilen als Perkussionsinstrumente verwendet. Das ist schon sehr gewagt, aber auch sehr effektvoll. Wie immer bei Mahler kommen die volkstümlich anmutenden Melodien und Rhythmen hinzu, die gerade durch den zu ihrem Charakter unpassenden Orchesterklang eine besondere Wirkung bekommen. Ein tolles Stück!

Die Bamberger Symphoniker gerieten zwar an den Rand ihrer Möglichkeiten, haben sich aber insgesamt sehr gut geschlagen. Solche großen Orchesterwerke bieten ja auch was fürs Auge, weil im Orchester sehr viel los ist. Im Kontrabass gab es sogar wenigstens einen hübschen Mitwirkenden, was den Genuss natürlich durchaus erhöhte. Leider muss man sich ein anderes Publikum wünschen, denn bei den Zuschauern stießen die Stücke auf wenig Verständnis. So murmelte hinter mir jemand nach dem Ende des ersten Satzes: „Gott sei Dank!“ und an der Garderobe kommentierte ein anderer: „Viel Lärm um nichts!“ Das hohe Durchschnittsalter der Abonnenten wird bestenfalls durch niedriges Musikverständnis ausgeglichen.

Zum Glück kann man das Konzert demnächst auch im Bayerischen Rundfunk hören. Obwohl der Termin anscheinend noch nicht feststeht, habe ich mir das mal vorgemerkt. Vielleicht gelingt mir ja ein Mitschnitt. Außerdem habe ich mir auch gleich das Buch von Ingo Metzmacher Keine Angst vor neuen Tönen bestellt. Seine CDs der Serie Who is afraid of 20th Century Music sind ja leider vergriffen.

Radiohörverhalten

Dank ISDN verfüge ich über eine Reihe von MSNs: Ruft jemand ohne Rufnummernübertragung auf meiner öffentlichen Nummer an, so beantworte ich den Anruf nicht, um mir so alle Werbe- und Anpreiseanrufe vom Halse zu halten. Die meisten meiner Anrufer (Freunde, Familie) lassen ja die Rufnummer übertragen. Für diejenigen, die es einfach nicht lassen können, ihre Rufnummer zu unterdrücken, habe ich spezielle Rufnummern, bei denen sonst niemand anruft. Auf einer solchen Telefonnummer bekam ich neulich doch einen unerwünschten Anruf: Man wollte mich über meine Radiogewohnheiten befragen, und da mich diese Frage selbst interessierte, hab ich ausnahmsweise zugestimmt und wurde in eine sehr langwierige Befragung verwickelt.

Bei der ersten Frage wurde ich gefragt, welche Radiosender ich kenne. Dass der Hessische Rundfunk nicht auf der Liste der Befragerin war, konnte ich ja noch einsehen, weil die Befragung sich auf Berlin bezog. Offensichtlich ging es nicht um Podcasts, sondern um terrestrisches Radio. Als ich dann aber Deutschlandradio Kultur nannte, war die Befragerin wieder überfordert und fragte schließlich, ob ich „Deutschlandradio Berlin“ meine. Ich musste sie dann darüber aufklären, dass der Sender schon seit März 2002 nicht mehr so heißt, sondern eben „Deutschlandradio Kultur“. Die Befragerin verteidigte sich damit, dass die Umfrage ganz neu sei (2008!), was doch ziemlich erstaunlich ist. Und es ging munter weiter: Auch der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) war nicht auf der Liste der Radiosender, obwohl er schon seit dem 1. Mai 2003 existiert. Ich fand dann heraus, dass die Befragerin zwar nach Sendern gefragt hatte, aber Programme meinte, denn Fritz und Kulturradio fanden sich auf ihrer Liste.

Der weitere Verlauf der Befragung zeigte dann, dass ich irgendwie gar nicht zur Zielgruppe der Befragung gehöre, denn die Musik, die mir gefällt (Klassische Musik, Jazz, Elektronische Musik), wurde gar nicht thematisiert. Es wurden mir lediglich Popmusik-Ausschnitte vorgespielt und ich sollte sagen, was mir am besten gefällt, und eigentlich gefiel mir gar nichts. Es wurde zwar nach „alter Musik“ gefragt, aber aus dem Kontext war erkenntlich, dass es sich um ältere Popmusik handelte. Die Befragerin fiel aus allen Wolken, als ich ihr erklärte, dass Alte Musik für mich – wie wohl für viele Menschen – die Musik vor 1750 ist.

Vielleicht klinge ich etwas oberlehrerhaft, aber diese Umfrage ist einfach schlecht vorbereitet. Leider habe ich nicht herausfinden können, wer dahinter steht. Erschreckend ist auch, dass moderne Distributionsformen überhaupt keine Rolle spielten, obwohl ich sicher bin, dass Radio-Angebote im Internet schon jetzt einen erheblichen Anteil haben.

My 2007 favorites

2007 was a very busy year for me; nevertheless, I managed to read some books, watch movies, listen to music and go to the theater. Here are my last year’s favorites:

And please, let me know what you liked in 2007.

Kreisleriana

Vor zwei Tagen habe ich in Erinnerung an meinen Wien-Aufenthalt die Lieder von Georg Kreisler wiederentdeckt und bin auch gleich bei YouTube fündig geworden (Texte, Kreislers Homepage). Dort gibt es sogar eine sehr schöne Doku. Meine Lieblingslieder sind „Was für’n Ticker ist ein Politiker“ und – natürlich – „Tauben vergiften im Park“. Besonders schön ist das Anarchistische an Kreislers Texten und die sehr zum Text passende Musik.

Meine erste Filmrolle

Manchmal werde ich gefragt, was ich an Berlin so toll finde, dass ich dort gar nicht wegziehen will. Ein wichtiger Grund ist der kulturell-kreative Nährboden, der immer wieder für Überraschungen sorgt. So fragte mich neulich ein befreundeter Filmemacher, ob ich in seinem neuen Kurzfilm „Das Andere“ eine Mini-Rolle übernehmen wolle. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen. Der Auftritt ist nur wenige Sekunden lang: mein Text beschränkt sich auf den denkwürdigen Satz: „Das war ja mal wieder nichts, sechs!“ Aber ein durchgeknallter Lehrer ist auch schon mit wenigen Sekunden eine Traumrolle. 🙂 Jetzt wünsche ich dem Regisseur alles Gute, dass ihm der sicher sehr lustige Film die Aufnahme an eine Filmhochschule verschafft. Dann wird er sicher noch berühmt! Sein letzter Kurzfilm „Fremdkörper” war auch schon eine stattliche Leistung.

Für mich war die Filmerfahrung recht interessant. Ich glaube aber, dass Filmproduktion auf die Dauer nichts für mich wäre. Ich finde, es dauert einfach viel zu lang, ein paar Sekunden Film in den Kasten zu bekommen. Wir haben fast zwei Stunden für nicht mal zehn Sekunden gebraucht. Bei einer größeren Produktion ist es wahrscheinlich die Hauptaufgabe der Mitwirkenden zu warten. Da helfen ein gutes Buch und/oder ein iPod.

An diesem Wochenende habe ich auch eine neue Band entdeckt, die chillige Elektromusik mit Gesang macht, nämlich: Everything but the Girl. Sehr zu empfehlen ist ihr Album Like the Deserts Miss the Rain, das mir am Wochenende unterkam – das Richtige für Winterabende am heimischen Lagerfeuer!

Verdi-Requiem

Gestern war ich nach langer Zeit mal wieder in der Berliner Philharmonie, aber nicht um die Berliner Philharmoniker zu hören, denn es spielte die Konkurrenz: das Konzerthausorchester Berlin. Zusammen mit dem Philharmonischen Chor, der Berliner Singakademie und Solisten brachte es das Verdi-Requiem zur Aufführung. Es war das erste Mal, dass ich dieses Requiem gehört habe und ich war sehr beeindruckt. Die Musik ist schon gewaltig, besonders im Dies irae. Man hat allerdings bei Giuseppe Verdi weniger den Eindruck eines Klangteppichs wie bei Richard Wagner, der somit moderner wirkt (obwohl die beiden ja Zeitgenossen waren). Dennoch zieht Verdi in seinem Requiem alle Register. Es ist monumentale Musik und sehr hörenswert.

Obwohl ich auf den letzten Drücker eine Karte bekommen hatte und auf einem so genannten Sonderplatz saß, waren der Ausblick und die Akustik fantastisch. Ich hatte das Orchester und den Chor direkt unter mir und konnte alles überblicken. Meine Sitznachbarn waren alle selbst Musiker und so konnte ich auch von ihrem bedeutungsvollen Mienenspiel und den Anmerkungen am Schluss profitieren, die meine Eindrücke bestärkten: Chor und Orchester waren ausgezeichnet, die Solisten weniger. Besonders beim Dies irae wirkte der Bass manchmal leicht unsicher auf mich und schien einmal einen Tick zu schnell zu sein, beim Agnus Dei kamen die Solistinnen mindestens einmal aus dem Takt, was auch meine Nachbarn deutlich bemerkten.

Insgesamt hinterließ das Konzert bei mir einen überwältigenden Eindruck. Ich habe mir auch gleich das Philharmonieprogramm mitgenommen. Ich sollte auf jeden Fall öfter in Konzerte gehen, zumal wenn man wie ich ein so schönes und akustisch gelungenes Konzerthaus wie die Philharmonie fast vor der Haustür hat.

Meine Lieblingspodcasts

Mein Podcast-Geschmack hat sich in den letzten zwei Jahren ziemlich gewandelt, was allerdings auch am Angebot liegt. Am Anfang habe ich ja überwiegend Amateur-Podcasts gehört, denn es gab ja kaum professionelle. Inzwischen höre ich fast nur noch Profi-Podcasts von Radiosendern (dafür höre ich kein traditionelles Radio mehr!). Meine aktuellen Lieblinge sind:

  1. Der satirische Wochenrückblick von Mathias Tretter: eine sehr schöne Satire, die besonders gut nachweist, wofür man Podcasts braucht, denn wer möchte schon am Sonntagmorgen um 9 Uhr am Radio sitzen. Schade nur, dass es das erst am Montag online gibt.
  2. Zeitzeichen habe ich früher immer im Radio gehört (um kurz nach neun), als ich noch in einem Sendegebiet wohnte, wo man es hören konnte – jetzt als Podcast: toll! Ich verpasse keine Folge mehr und kann es überall und zu jeder Zeit hören; wenn das kein Zeitzeichen ist!
  3. Ohrzucker ist der einzige nicht-professionelle Podcast, den ich noch wirklich regelmäßig höre (wenn auch leider zu selten). Das liegt auch daran, dass dieser Podcast sehr professionell gemacht ist.
  4. hr2 – der Tag ist für mich eine der letzten Bastionen eines guten kritischen Journalismus. Da kann man gut auf viele andere Medien verzichten, vielleicht sogar auf den:
  5. Tagesschau-Podcast, den ich dennoch fast täglich sehe/höre.

Podcasts sind schon eine feine Sache, und ich weiß endlich, wofür ich all die Jahre meine Rundfunkgebühr bezahlt habe (die Gebühr, die die GEZ einzieht). 🙂 Einen Fernseher habe ich ja schon seit Jahren nicht mehr, mein Radiogerät schalte ich auch nicht mehr ein. Es ist einfach lästig, wenn man nicht zu jeder beliebigen Zeit genau das hören kann, was man will. Da sind Podcasts einfach überlegen wegen der örtlichen und zeitlichen Unabhängigkeit. Es kommt natürlich vor, dass ich mich mal nur berieseln lassen will. Dann sollte es Klassik oder Jazz sein, wobei ich dann doch lieber eine gezielte Auswahl treffe und auf Streaming Media verlasse. Das geht höchstens bei Ambient, die ich ab und an über den Stream OEMRadio zur Entspannung höre.

The Wagner Ring in Nürnberg

In the last two weeks I went to Nürnberg four times in order to see Der Ring des Nibelungen by Richard Wagner. The Nürnberg production of Das Rheingold didn’t convince me. Very often the choreography wasn’t right and the orchestra played correctly, but without inspiration and was often too loud. In the ensuing Valkyrie the situation didn’t get much better: The valkyries reminded me of the Nürnberg Christkindl, just like the forest bird (Waldvogel) in Siegfried. Fortunately, the singing was very good from the beginning.

My impression became much more positive with the third opera of the cycle: Siegfried – the staging became better, Brünnhilde looked more like a ‘real’ valkyrie, and the singers’ performance was really extraordinary. They even managed to make the orchestra sound less blasting. Thus, the last opera Götterdämmerung really became the culmination of the whole cycle. I liked the idea to underline the transformation of the characters by their costumes (and hair). Considering all four operas together, I think the Ring cycle in Nürnberg was really worthwhile.