The Thirteenth Floor

Gestern habe ich mal wieder einen Film für einen privaten Videoabend mit den üblichen Verdächten besorgt. Ich hatte den Film The Thirteenth Floor besorgt, in dem es hackerfreundlicherweise um eine nicht ganz so virtuelle Welt geht (bzw. um die nicht ganz so reale). Unter anderem spielt einer meiner Lieblingsschauspieler mit, nämlich Armin Mueller-Stahl. Der Film kam 1999 in die Kinos, im gleichen Jahr wie der Film Matrix, der auf der gleichen literarischen Grundlage beruht: dem Roman Simulacron-3 (eigentlich A Counterfeit World von Daniel F. Galouye. Allerdings ist der Dreizehnte Stock sehr viel näher am Original. Was viele nicht wissen: des gibt eine weitere legendäre Verfilmung desselben Romans, nämlich unter dem Titel Welt am Draht von keinem geringeren als Rainer Werner Fassbinder (1973 als zweiteiliges Science-Fiction-Fernsehspiel). Schade, dass ich mir das nirgends ausleihen kann.

Per Anhalter durch die Galaxis

Heute habe ich mir einen langgehegten Wunsch erfüllt und mir Per Anhalter durch die Galaxis im Kino angeschaut – leider ging es nur auf Deutsch, die englische Version muss ich irgendwann noch mal nachholen – spätestens wenn es sie auf DVD gibt – allein schon wegen der unnachahmlichen Lexikon-Stimme von Stephen Fry. Bei der Gegenüberstellung der Encyclopaedia Galactica mit dem Anhalter-Lexikon (“Hitchhiker’s Guide”) muss man ja unwillkürlich an eine ungenannte Enzyklopädie im Verhältnis zur Wikipedia denken (die Grafiken im Film ähneln den unsrigen, das Preisverhältnis auch!).
Der Film ist ja unter Fans umstritten, aber ich denke, auch oder gerade da, wo er vom Buch abweicht, ist der Film besonders gut. Es ist schließlich ein perfekter Hollywood-Film geworden. Schon das Buch weicht vom ursprünglichen Hörspiel ab, weil es eben ein Buch ist; der Film wiederum muss eben auch von Buch und Hörspiel abweichen. Das hat seine Berechtigung in der unterschiedlichen „Medialität“, wenn ich mich mal so geschwollen ausdrücken darf.
Jedenfalls hat der Film Lust darauf gemacht, dass ich mir das Hörspiel mal wieder antue und mir auch das Buch wieder vornehme (beides zum dritten Mal). Wenn ich nur wüsste, wem ich das Hörspiel gerade geliehen habe… (bitte melden!)
Ob ich mir den Krieg der Welten antue, weiß ich noch nicht: erstens steh ich nicht so auf Tom Cruise, zweitens finde ich da – ähnlich wie beim Anhalter – die Hörspielfassung (von keinem Geringeren als Orson Welles) für ein wirkliches Meisterstück, das man nicht so ohne Weiteres überbieten kann. Dagegen verblasst sogar der Originalroman von H.G. Wells. Jetzt sagen viele Kritiker einhellig, der Originalroman sei besser als der neue Film, was nicht für letzteren spricht.

Wikimedia Deutschland, Quadrophenia

Heute fand die Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland in der c-base statt. Das ist der Förderverein für freies Wissen im Wikipedia-Umfeld. Die Veranstaltung zog sich ziemlich hin, aber schließlich war es geschafft: der neue Vorstand war gewählt. Viel verändern wird sich wahrscheinlich nicht, weil der geschäftsführende Vorstand gleich geblieben ist. Neuerungen gibt es nur bei den Beisitzern: Ich bin mit von der Partie. Mal sehen, wie es wird! Für den Fall, dass ich nicht gewählt werden sollte, hatte ich mir während der Sitzung schon mal eine Selbstvorstellungsseite in der samoanischen Wikipedia gebastelt.
Abends wurde noch gegrillt. Ich habe mich irgendwann abgesetzt und bin durch das abendliche Berlin ins Berliner Chaos geradelt, wo heute Quadrophenia gegeben werden soll.
Einstweilen eine Leseempfehlung aus dem Club: Atombombe über Bord!.
Der Film ist dann tatsächlich gelaufen. Es handelt sich um einen Film über die 1960er Jahre und besonders über die Mod-Subkultur in England und über die Auseinandersetzungen zwischen Mods und Rockern; das Ganze mit der Musik von The Who. Etwas störend war, dass wir den Film nicht einheitlich auf Englisch gesehen haben, denn es waren nachträglich eingefügte Szenen auf Englisch dabei, so dass das Sprachen- und Stimmengewirr gerade am Anfang etwas verwirrend war. Ich gebe aber gern zu, dass das britische Englisch (teilweise mit starkem Akzent) schon etwas schwierig zu verstehen ist, aber Jimmys Mutter hätte ich schon gern auf Englisch schimpfen hören. Das Ende des Films ist übrigens etwas sonderbar.

Christopher Street Day Berlin 2005 und Wikimedia Pre-Party

Heute fand mal wieder ein Christopher Street Day in Berlin statt. Ich habe ja seit 2001 an keinem mehr teilgenommen, weil ich immer etwas anderes zu tun hatte. Da war es natürlich mal wieder schön beim Berliner CSD dabei zu sein. Das Wetter war zunächst sehr gut, aber auch der kurze Regenschauer tat der Stimmung keinen Abbruch, sondern war eine willkommene Abkühlung.
Ich hatte mich mit ein paar Freunden am Kurfürstendamm/Ecke Meinekestraße verabredet. Das ist immer ein guter Startpunkt. Von da aus sind wir dann los. Es war eine ziemlich nette Gruppe – auch wenn wir uns immer mal wieder verloren haben und ich vorwiegend mit Thomas unterwegs war, der dank seines sportlichen freien Oberkörpers schon für Aufsehen sorgte.
Abends bin ich dann zur Pre-Party der Wikimedia-Mitgliederversammlung in die c-base gegangen. Das wäre beinahe ein Kontrastprogramm gewesen, hätte ich nicht schon vorher einen Wikipedianer (und Wikimedianer) auf einem der CSD-Wagen gesehen. So schloss sich dann der Kreis.
Die Party war recht nett und zog sich trotz des Wetterumschwungs lange hin. Allerdings war ich nachher sehr k.o., wie man sich leicht denken kann, hatte ich doch schon anlässlich des CSDs 12 km durch ganz Berlin zurückgelegt.

Gay Night at the Zoo

Am 23. Juni 2005 darf natürlich kein Eintrag fehlen. Am Abend war ich bei einem außergewöhnlichen Event, der Gay Night at the Zoo: Mitten im Berliner Zoo spielte das BVG-Orchester Swing. Zudem sang auch noch Luci van Org, die schon eine gute Swing-Stimme hat. Allerdings durfte sie dieses schrille rote Latex-Kleid wohl nur auf einer schwul-lesbischen Veranstaltung tragen. (Jemand in meiner Nähe sprach etwas despektierlich von einer roten Presswurst.)
Die Moderation um sie und das Orchester herum war allerdings etwas gewöhnungsbedürftig.
Apropos Kleidung: eigentlich war ja Abendgarderobe angesagt, weshalb ich mal wieder meinen Smoking hervorgekramt hatte. Ich habe ja viel zu selten Gelegenheit, dieses durchaus sommerlich bequeme Kleidungsstück zu tragen. Allerdings war ich (wenn man mal von einigen Lesben absieht) fast der einzige Smoking-Träger und somit wahrschein einer der wenigen adäquat gekleideten Gäste. Man durfte aber auch im Tierkostüm erscheinen. Manchen Muskelshirt-Trägern fehlte dafür nur noch eine tierische Gesichtsmaske. 🙂
Der befackelte Zoologische Garten ist eine tolle Party-Location für einen Sommerabend, und dieses Event wird sich bestimmt im nächsten Jahr wiederholen. Am besten schon mal vormerken!

Aufräum- und Kaufrausch

Hurra! Ich habe es geschafft! Endlich sind alle Bücherkisten, die seit Monaten bei mir herumstanden ausgeräumt und ins Regal eingeordnet, das damit nun fast randvoll gefüllt ist. Es war eigentlich gar nicht so viel Arbeit, aber ich habe sie doch lange vor mir hergeschoben. Außerdem konnte ich kurz vor dem Wochende auch alle Klausuren, die ich noch zu korrigieren hatte, endlich fertigstellen. Mir vielen die Steine also nur so tonnenweise vom Herzen.
Und so gleich besann ich mich auf Ausgleich: Am Samstag wollte ich eigentlich mit dem Fahrrad von Bamberg nach Erlangen radeln, aber leider war das Wetter den ganzen Nachmittag über eher unsicher. So raffte ich mich erst am Abend auf und fuhr dann erst mal mit der Bahn bis Forchheim und von dort am Main-Donau-Kanal entlang bis Erlangen. Das ist eine schöne Strecke, zumal sie gerade und fast kreuzungsfrei ist und einiges an interessanten Dingen bietet, z.B. eine Sparschleuse kurz vor Erlangen. In Erlangen habe ich dann mal wieder den örtlichen Computerclub besucht, wo es heute jemand einen GPS-Empfänger der Firma Navilock mithatte und mich gleich überzeugen konnte, mir auch so ein Ding zu bestellen. Das löste bei mir gleich einen Kaufrausch aus und ich bestellte mir auch ein T-Shirt bei Spreadshirt mit der lustigen Aufschrift: „US-Computerwissenschaftler haben festgestellt: Powerpoint macht blöd“. Da ja einige meiner Kollegen (besonders eine) wie die Lemminge auf dieses völlig hirnverbrannte Powerpoint-Programm der Firma Micro$oft abfahren, werde ich sicher angenehm auffallen, wenn ich bei nächster informeller Gelegenheit mit einem solchen T-Shirt auftrete.
Jetzt hatte ich ja schon fast alles, was ein guter Hacker benötigt: geile Hardware und ein nerdiges T-Shirt. Was aber wirklich noch fehlte, war ein LeathermanMultifunktionstool. Ich habe mir also umgehend noch das Modell PST 1 dieser einschlägigen Marke bestellt (zusammen mit einem Bit-Adapter). Wofür ich das brauche? Na, irgendwas aufzuschrauben gibt es ja immer. Gerade neulich habe ich mich geärgert, dass ich nicht mal die richtigen Werkzeuge habe, um einen Computer sachgerecht aufzuschrauben. Und dann gab es da noch diese Fenster, die ich nicht öffnen konnte…

Fairsharing und Kapitalismus

Habe neulich die Unterschriftenliste von Fairsharing unterzeichnet. Es war mehr ein politischer Akt, denn eigentlich bin ich nie „potentiell straffällig“ durch das Tauschen von Musik, Videos oder ähnlichem geworden. Es geht mir hier lediglich darum, etwas gegen die Kriminalisierung von Leuten zu tun, die nur ihre Bürgerrechte ausüben wollen, und ich halte die Privatkopie für ein Bürgerrecht.
Ich habe allerdings auch Einwände gegen eben diese Kampagne: Ich halte nichts von ihrer zentralen Forderung, der Kulturflatrate. Das ist so etwas wie die Rundfunkgebühr: Ich finde es zwar richtig, dass es so etwas wie öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt, aber der sollte sich auch selbst finanzieren (eventuell unterstützt durch Steuern). Eine Rundfunkgebühr als Sondersteuer halte ich für unangemessen, zumal wenn sie zwangsweise beigetrieben wird. (Was nicht bedeuten soll, dass ich meine Rundfunkgebühr ungern zahle.) Eine allgemeine Kulturflatrate halte ich ebensowenig für wünschenswert. Kultur kann nur subventioniert existieren, aber es gibt inzwischen auch Modelle für Freie Inhalte, die auch ohne Kulturflatrate zu funktionieren scheinen. Ich denke, dass man über eine freiwillige Unterstützung viel mehr erreichen kann als über Zwangsabgaben.
Ich bin eben doch eher (links-) liberal gesinnt. Die Idee einer Zwangsabgabe passt mir also nicht ins Konzept. Sie riecht ein wenig nach den Ideologien, die man bisweilen aus den Reihen von Attac hört. Eine platte, ja beinah neo-kommunistisch anmutende Kapitalismuskritik halte ich für wenig hilfreich, die heutigen gesellschaftlichen Probleme zu lösen, vor allem wenn es um Fragen der Kultur geht.

Weinabend

Gestern abend war ich bei Freunden, mit denen ich immer bei einem Großhändler Wein bestelle, um bessere Preise zu bekommen. Mit mehreren Interessenten haben wir eine so genannte „Weinbruderschaft“ gegründet. Ich hatte noch eine Kiste mit kleinen („halben“) Flaschen Champagner aus dem Hause Taittinger bestellt, und die galt es abzuholen. Man darf die Champagnermarke ruhig deutsch aussprechen, weil die Familie Taittinger aus Deutschland kommt, aber die französische Aussprache passt natürlich besser zum Champagner.
Warum kleine Flaschen? Qualitativ hochwertiger Champagner (« réserve ») ist derart teuer, dass es zu schade ist, wenn eine Flasche nicht vollends geleert werden kann und übrig bleibt. Das kann man bei der kleinen Portionierung vermeiden. Außerdem wäre der Konsum größerer Mengen Champagners auch nicht „amtsangemessen“. 🙂
„Zufälligerweise“ gab es ein sehr leckeres Steak mit noch leckerem Salat und dazu zwei ausgesuchte Weine: einen Ribera del Duero aus dem Hause Condado de Haza (2001) und einen Cabernet Sauvignon aus dem Haut-Médoc (Château Lamothe-Cissac 2000). Beide waren hervorragend! Ich bin bei Bordeaux-Weinen ja immer etwas skeptisch wegen der maschinellen Ernte und wegen des Cuvée-Praxis, aber dieser war wirklich ausgezeichnet, obwohl die Gastgeberin den Ribera del Duero besser fand. Probiert haben wir auch noch einen roten Burgunder aus dem Hause Bouchard, der aber nicht wirklich erwähnenswert ist.
Bei soviel Speis und Trank wäre ich gern mit dem Fahrrad gefahren, damit ich auch etwas Bewegung zum Ausgleich bekomme, aber leider ging das mal wieder nicht. Ich hatte zum dritten Mal in kurzer Folge einen Platten – und das trotz der vielgepriesenen „Big Apple“-Reifen von Schwalbe. (Dafür konnte ich dann etwas ungebremster dem Wein zusprechen.) Beim Radladen will man mir jetzt noch einen Schutz gegen Reifenpannen in den Reifenmantel einsetzen. Mal sehen, ob das hilft…

Brunch & Lange Filmnacht

Gestern früh bin ich zu einem Brunch, den Sven Guckes ins „Cortez“ (Uhlandstr. 149, Ecke Pariser Str.) zusammengetrommelt hatte. Es waren dort ein paar Aktivisten der Brandenburger Linux-User-Gruppe und des Chaos Computer Clubs zugegen – überwiegend „Texttool“-Fans – inklusive des Hackernachwuchses, wie auf Svens Fotos unschwer zu erkennen ist.
Die anderen sind nach dem Brunch erst mal zum Karneval der Kulturen weitergezogen. Ich hab mich dann erst mal nach Hause begeben, weil ich einen kleinen Mittagsschlaf dringend nötig hatte, um abends fit zu sein.
Sonntags besteht nämlich die Möglichkeit, im CCCB in familiärer Runde Filme anzuschauen, und da wollte ich nicht fehlen. Außerdem hatte ich Lust, dort auch zu kochen und zu essen und hatte schon mal einen sehr guten italienischen Wein eingepackt: einen Sangiovese aus der Toskana, genauer einen 1998er „Celsus“ des Weinguts Trambusti, das ich mit RFID-Aufkleber zu einem sehr günstigen Preis in Italien erworben hatte (der 1999er kostet im Augenblick nach Katalog ca. 15 Euro).
Zu dem edlen Wein gelang es uns (vor allem hukl und knuckels), Tortellini in Hühnchen-Sahnesoße herzustellen (gut, die Tortellini waren fertig aus dem Kühlfach gekauft). Das war richtig lecker!
Für den Filmabend hatte ich zwei DVDs mitgebracht, nämlich Being John Malkovich und Adaptation. Diese Filme gehören zusammen, denn der zweite Film spielt zu der Zeit der Dreharbeiten an dem ersten. Man sieht zum Teil die Aufbauten für den ersten Film.
Beide Filme sind wirklich Höhepunkte der Filmgeschichte, obwohl sie sehr unterschiedlich sind. Der erste Film ist ein modernes Märchen über die menschliche Identität. Sehr interessant ist der Einstieg in die Märchenwelt: Obwohl sich das Märchenhafte von Anfang an andeutet (z.B. sehr literarisch mit dem Puppenspiel von Abaelardus und Héloïse), tritt man erst in der Etage 7 ½ in die eigentliche Märchenwelt ein. Im zweiten Film geht es um Orchideen, „gute“ Drehbücher und das Verhältnis von „Realität“ und Fiktion („fiktiver Realität“), wobei natürlich auch die Realität im Film zwangsläufig fiktiv ist. Wie man sich denken kann, spielen hier (wie übrigens auch im ersten Film) Rekursivität und Metakommunikation eine wichtige Rolle.
Nach so anstrengenden Filmen gab es dann noch zur Entspannung etwas Seichtes und dennoch qualitativ Hochwertiges: den oskargekrönten Trickfilm The Incredibles. Ich muss allerdings sagen, dass der Film mir trotz der beeindruckenden Technik nicht besonders gefallen hat. Er enthält trotz aller Ironie unterschwellig auch neo-konservative Ideologie US-amerikanischer Prägung. Aber wahrscheinlich denke ich hier zu deutsch…