Brunch & Lange Filmnacht

Gestern früh bin ich zu einem Brunch, den Sven Guckes ins „Cortez“ (Uhlandstr. 149, Ecke Pariser Str.) zusammengetrommelt hatte. Es waren dort ein paar Aktivisten der Brandenburger Linux-User-Gruppe und des Chaos Computer Clubs zugegen – überwiegend „Texttool“-Fans – inklusive des Hackernachwuchses, wie auf Svens Fotos unschwer zu erkennen ist.
Die anderen sind nach dem Brunch erst mal zum Karneval der Kulturen weitergezogen. Ich hab mich dann erst mal nach Hause begeben, weil ich einen kleinen Mittagsschlaf dringend nötig hatte, um abends fit zu sein.
Sonntags besteht nämlich die Möglichkeit, im CCCB in familiärer Runde Filme anzuschauen, und da wollte ich nicht fehlen. Außerdem hatte ich Lust, dort auch zu kochen und zu essen und hatte schon mal einen sehr guten italienischen Wein eingepackt: einen Sangiovese aus der Toskana, genauer einen 1998er „Celsus“ des Weinguts Trambusti, das ich mit RFID-Aufkleber zu einem sehr günstigen Preis in Italien erworben hatte (der 1999er kostet im Augenblick nach Katalog ca. 15 Euro).
Zu dem edlen Wein gelang es uns (vor allem hukl und knuckels), Tortellini in Hühnchen-Sahnesoße herzustellen (gut, die Tortellini waren fertig aus dem Kühlfach gekauft). Das war richtig lecker!
Für den Filmabend hatte ich zwei DVDs mitgebracht, nämlich Being John Malkovich und Adaptation. Diese Filme gehören zusammen, denn der zweite Film spielt zu der Zeit der Dreharbeiten an dem ersten. Man sieht zum Teil die Aufbauten für den ersten Film.
Beide Filme sind wirklich Höhepunkte der Filmgeschichte, obwohl sie sehr unterschiedlich sind. Der erste Film ist ein modernes Märchen über die menschliche Identität. Sehr interessant ist der Einstieg in die Märchenwelt: Obwohl sich das Märchenhafte von Anfang an andeutet (z.B. sehr literarisch mit dem Puppenspiel von Abaelardus und Héloïse), tritt man erst in der Etage 7 ½ in die eigentliche Märchenwelt ein. Im zweiten Film geht es um Orchideen, „gute“ Drehbücher und das Verhältnis von „Realität“ und Fiktion („fiktiver Realität“), wobei natürlich auch die Realität im Film zwangsläufig fiktiv ist. Wie man sich denken kann, spielen hier (wie übrigens auch im ersten Film) Rekursivität und Metakommunikation eine wichtige Rolle.
Nach so anstrengenden Filmen gab es dann noch zur Entspannung etwas Seichtes und dennoch qualitativ Hochwertiges: den oskargekrönten Trickfilm The Incredibles. Ich muss allerdings sagen, dass der Film mir trotz der beeindruckenden Technik nicht besonders gefallen hat. Er enthält trotz aller Ironie unterschwellig auch neo-konservative Ideologie US-amerikanischer Prägung. Aber wahrscheinlich denke ich hier zu deutsch…

Himmelfahrt nach Berlin

Eigentlich wollte ich ja heute wandern gehen, aber das Wetter war etwas durchwachsen und da es in der Früh noch regnete, bin ich erst mal im Bett geblieben. Dann habe ich mich nach Berlin aufgemacht. Die Zugfahrt ging schnell rum, da ich Berge von Klausuren korrigieren musste. In Berlin hab ich mich dann entschlossen, noch etwas das zwar kalte, aber doch recht schöne Wetter zu nutzen und etwas zu radeln. Ich durchquerte also den Tiergarten und das Regierungsviertel, machte noch einen Abstecher zur Spree und wählte dann als Ziel den Club Discordia. Dort gab es frisch gebackenen Kuchen und später entschieden wir uns dann noch zu kochen. Leider gab es im Laden der „Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler“ am Bahnhof Friedrichstraße aufgrund des Feiertags nur noch eine geringe Auswahl. Es wird wirklich Zeit, dass die Geschäfte auch sonn- und feiertags geöffnet haben, denn man sieht deutlich, dass Bedarf besteht. Der Laden sah richtig ausgeplündert aus. Im Nahkampf an der Kühltruhe ergatterten wir gerade noch die letzte Milch und entschieden uns für Rostbratwürste ohne Darm, die gerade noch in knapp ausreichender Zahl feilgeboten wurden. Dazu gab es einen sehr guten Sangiovese aus Apulien. Nebenbei kompilierte sich KDE 3.4.0 auf meinem Rechner.

Bourne Supremacy

Heute war Film- und Kochabend im Berliner Chaos. Ich hatte einen Film und die Rohmaterialen zum Kochen besorgt. Würfel zauberte daraus Schweinemedaillons Toscana (mit Tomate und Käse überbacken), dazu Pommes Frites. Ein schöner Wein (Primitivo aus dem Salent) durfte auch nicht fehlen. Danach gab es dann zur Verdauung einen Film. Da ein Action-Film immer gut ankommt, hatte ich die “Bourne Supremacy” gewählt. Ich wollte diesen Film mit Matt Damon deshalb gern sehen, weil es einen Bezug zum Club gibt. Teile des Films wurden in unmittelbarer Nähe des Clubs aufgenommen, was unter anderem zu einem Stromausfall führte. Ich selbst bin auf dem Weg zur letzten S-Bahn mitten durch den Set gelaufen. Man wollte mich zwar daran hindern, aber meine letzte S-Bahn war mir dann doch wichtiger. Aber bis in den Film habe ich es dann doch nicht geschafft. Witzig war, dass einige der Moskau-Aufnahmen des Films ebenfalls in Berlin gedreht wurden. Ansonsten kann ich den Film nicht besonders empfehlen. Er gewinnt zwar dadurch, dass Franka Potente diesmal auf eine Nebenrolle reduziert wurde, aber es reicht nicht für einen A-Film.