Pakanto

Arnomane hat eine ziemlich gute Idee gehabt. Unter der Adresse pakanto.org hat er ein mehrsprachiges Wiki gestartet für Beschreibungen von Software- oder Programmpaketen. Jeder, der etwas über ein Programmpaket weiß, kann also darüber schreiben, und zwar in der Sprache, in der er will. Für eine solche Initiative gibt es zwei Gründe:

  1. Software-Pakete sind auch auf Englisch meist nur sehr kurz beschrieben. Die Beschreibungen taugen oft nur für Insider. So lautet die Beschreibung von less in etwa: less is the opposite of more oder less is similar to more. Wem das was sagt, der benötigt eh keine Beschreibung mehr.
  2. Es gibt eigentlich nur englische Paketbeschreibungen. Software-Pakete sollten aber auch für Leute nutzbar sein, die nicht über gigantische Kenntnisse in Computerenglisch verfügen.

Die Wikipedia ist auch nicht der richtige Ort für Paketbeschreibungen, denn dort kommen Relevanzkritierien zur Anwendung, die nicht alle Pakete erfüllen, und außerdem gehören in die Wikipedia enzyklopädische Informationen auch zur Geschichte eines Pakets, die nicht in eine Paketbeschreibung passen. Ein Wiki mit freien ausführlicheren und verständlicheren Paketbeschreibungen in verschiedenen Sprachen tut also Not! Der Name pakanto war übrigens mein Vorschlag und kommt aus dem Esperanto, wo es ‚Verpacker‘ oder ‚Paketemacher‘ bedeutet.

Ich denke, Arnomanes Initiative kann funktionieren, da die Ersteller und die Fans von Software-Paketen bestimmt ein Interesse daran haben, solche Beschreibungen zu produzieren und sich nicht mit Formulierungen wie most is more than less 🙂 zufrieden zu geben.

Wikimedia Deutschland in Frankfurt am Main

Am Sonntag war Tag der offenen Tür bei Wikimedia Deutschland in Frankfurt-Höchst. Nach der Vorstandssitzung des Vereins in der Alten Schule in Neu-Anspach war ich zum ersten Mal im neuen Büro. Es ist komfortabel groß, schön hell, an der Wand hängen die Gewinnerfotos des Wikimedia-CommonsBildwettbewerb 2006, unter anderem eins von flosch; an der anderen Wand ein schwedisch anmutendes Regal mit Uhren, die neben der Zeit in Florida und Berlin auch die Koordinierte Weltzeit anzeigen. Moderne Rechner und WLAN sind auch vorhanden. Da kann sicher gut gearbeitet werden. Außerdem sind die Schreibtische und auch der dazugehörige Konferenzraum der Bürogemeinschaft gut geeignet für solche Treffen wie das am Sonntag. Man könnte hier von Zeit zu Zeit kleinere Arbeitstreffen veranstalten. Aber vor allen Dingen gibt es jetzt ein festes Büro mit Arne Klempert als Geschäftsführer, den man leicht über die Vanity-Rufnummer 0700-WIKIMEDIA zu den üblichen Bürozeiten erreichen kann. Damit ist ein wichtiger Meilenstein des freien Wissens erreicht.

Wenn ich mir die Situation der Wikipedia vor drei Jahren vorstelle, hat sich mächtig was getan. Und was besonders erfreulich ist: bisher wird das Ganze vor allem von den Wikipedianern getragen – auch finanziell. Der Verein könnte natürlich noch mehr Mitglieder und Spenden gebrauchen…

Wikipedia-Forschungssymposium

Am Sonntag fand das Wikipedia:Forschungssymposium statt, das ich in den vergangenen Wochen intensiv vorbereitet hatte. Die Mühe hat sich gelohnt, zumindest aus meiner Sicht, denn ich fand alle vorgestellten Forschungsprojekte ungemein spannend, und es war wichtig, dass sich die Wikipedisten auch mal kennen gelernt haben. Das allein ist schon ein wichtiger Faktor! Ansonsten gibt es bestimmt ein paar Anknüpfungspunkte für die weitere Zusammenarbeit, die einerseits informell genutzt werden können, andererseits eine Basis für weitere konzertierte Aktionen bilden werden. Demnächst muss ich dann mal über weitere Schritte nachdenken und mich mit den Kollegen austauschen. Da lässt sich einiges machen!

Mit Rüdiger Weis plane ich zudem einen Vortrag auf dem 23. Chaos Communication Congress, für den wir das begonnene Thema über das Zitieren aus der Wikipedia weiter ausbauen werden. Das wird bestimmt interessant! Ich bin gespannt! Mal abgesehen vom Wert der Forschung für die Wissenschaft ist es wohl auch immens wichtig, dass wir gut aufgestellt sind, bevor die „Barbaren über die Wikipedia herfallen“ (um eine Formulierung des Kollegen Weis zu verwenden; gemeint sind die Fundamentalisten und andere, die Wissen verdunkeln wollen).

Hin und Her in Franken

Heute war ich beim Wikipedia-Stammtisch im Lederer-Biergarten. Erst war es etwas schwierig, die richtige Gruppe zu finden, aber schließlich erkannte mich doch jemand. Der Nürnberger Stammtisch ist neu und eine nette Runde. Es kamen leute aus ganz Bayern. Leider konnte ich nicht lange bleiben, da ich um 19 Uhr Zeugnisse verleihen musste (verleihen íst eigentlich das falsche Wort, da die Zeugnisse ja nicht zurückgegeben werden müssen). 🙂 Nach der Verleihung habe ich noch etwas mit verschiedenen Anwesenden geplaudert, unter anderem mit dem Bamblogger. Ansonsten war es eine ziemlich langweilige Veranstaltung. Dann bin ich durch den Regen gleich wieder zum Bahnhof, wo mein Computer im Schließfach 23 auf mich wartete, um mit dem ICE wieder nach Mittelfranken zu fahren, diesmal zum Erlanger bits’n’bugs. Schon komisch, wenn man viermal die gleiche Zugstrecke fährt. Dabei habe ich festgestellt, dass der RegionalExpress besser klimatisiert ist als der ICE.

GPS-Maus, Wikipedia Academy, Affäre, Rosenkranz

Seit einer Woche versuche ich, meine GPS-Maus der Firma Navilock am Mac zum Laufen zu bringen. Leider mit wenig Erfolg. Am Dienstag in Erlangen ist es mir noch gelungen (nach vielen Versuchen und Kais sehr hilfreichen Tipps), mir wenigstens ein paar Satelliten anzeigen zu lassen. Inzwischen findet die Maus nicht mal mehr einen Satelliten. 🙁

Überhaupt habe ich im Augenblick sehr viel zu tun und sogar ein paar wichtige Dinge geschafft; hinzukommt, dass mich das gute Wetter nach draußen lockt – weg vom Computer. Das ist der Grund, warum ein ausführlicher Bericht über die Wikipedia Academy bisher überfällig ist. Nur soviel: Es war ein sehr anregendes Wochenende in Göttingen!

Zu Fronleichnam, einem speziell bayerischen Feiertag, hatte ich Besuch von einem Leser meines Blogs aus Wels, der mir eine Menge interessanter Dinge aus Österreich erzählt hat, zum Beispiel von der BAWAG-Affäre. Da sieht man, dass die Wirklichkeit oft spannender ist als jeder Krimi – jedenfalls spannender als Der zerrissene Rosenkranz, den ich gerade ausgelesen habe.

Wikipedia-Stammtisch in der Brotfabrik

Gestern fand ein „alternativer“ Berliner Wikipediastammtisch in der Brotfabrik statt. Dieser Stammtisch entstand, weil zwei Stammtischteilnehmer die traditionelle Location, die c-base nicht mochten. Ich hingegen mag die c-base sehr und bin daher mit sehr gemischten Gefühlen in die Brotfabrik gefahren. Ich kann auch die Kritik nicht wirklich nachvollziehen. Dummerweise war auch der Hauptkritiker gar nicht da. Absurderweise konnte ich nur mit solchen Leuten sprechen, die eigentlich nichts gegen die c-base haben.

Die Brotfabrik ist ein alternatives Kulturzentrum mit offenem WLAN in Berlin-Weißensee, mit anderen Worten JWD, was schon den Hauptnachteil illustriert. Ich war gut eine Stunde mit dem Fahrrad unterwegs, um dorthin zu fahren. Ansonsten ist die Location gut geeignet. Der einzige weitere Nachteil ist der „Konsumzwang“, denn das Kulturzentrum wird „bewirtschaftet“.

Die Gespräche waren recht interessant, und sicher schadet es nicht, in Berlin mehr als einen Stammtisch zu haben. Wikipedianer gibt es in Berlin ja genug.

Wikipedia-Grillen & Paul Thomas Anderson

Heute gab es in Berlin wieder einen Wikipedia:Berlin-Stammtisch in der c-base, diesmal mit Grillen! Außerdem war die Presse anwesend und es wurde wie wild gefilmt. Offensichtlich gibt es viele neue Wikipedianer in Berlin und der ganze Trubel wurde mir schnell zuviel. Daher verlagerte ich mich in den Chaos Computer Club Berlin, wo es mal wieder einen Filmabend gab: Im Mittelpunkt standen Filme von Paul Thomas Anderson, dem Regisseur von Magnolia, aber im Gegensatz zu letzterem war Punch-Drunk Love eine Enttäuschung: Der Film ist etwas anstrengend erzählt. Ich glaube es liegt daran, wie der Film geschnitten ist. Mir gefiel er nicht wirklich, obwohl die David Phillips-Story (the “pudding guy”) an sich witzig ist.

Der zweite Film Hard Eight war deutlich besser, obwohl die Story wieder etwas seltsam war. Auch hier wäre vielleicht ein besserer Schnitt sinnvoll gewesen. Jedenfalls werde ich kein Anderson-Fan – wenn man mal von Magnolia absieht.

Wikimedia-Mitgliederversammlung

Gestern fand in Frankfurt die Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland e. V. statt. Es wurde sehr kontrovers diskutiert, dann aber doch immer recht einstimmig abgestimmt, was mich nach den intensiven Diskussionen teilweise schon überrascht hat. Unter anderem gab es grünes Licht für die Wikimedia-Geschäftsstelle, worüber ich als altes und neues Vorstandsmitglied natürlich sehr froh bin.

Besonders schön an der Veranstaltung war natürlich, alte und neue Wikipedianer zu treffen. So wird die Community richtig spürbar – auch im realen Leben. Gerade die abendlichen Nerd-Gespräche in der Brotfabrik waren nicht nur lang, sondern auch sehr spannend. Ich freue mich schon auf die nächste Wikimedia-Veranstaltung, die Wikipedia-Academy in Göttingen.

Wikipedia: Enzyklopädie oder Nachschlagewerk?

Unter der Überschrift Ist Brockhaus eine Enzyklopädie? zeigt Mathias Schindler, dass Philologie so spannend sein kann wie ein Krimi: Mathias „Sherlock“ Schindler ermittelt nämlich, wie die Wikipedia aus der 21. Auflage der Brockhaus Enzyklopädie (zumindest aus dem Artikel Enzyklopädie) herausgefallen ist und wie der Text des Artikels Enzyklopädie umgearbeitet wurde, damit die Wikipedia bestenfalls ein Nachschlagewerk sein kann, aber eben keine Enzyklopädie. Allerdings schlägt man doch eher in Büchern nach als im Internet.
Ganz ernsthaft: Der Brockhaus in der Buchausgabe mit seinen zum Teil kurzen Einträgen dient in der Tat eher zum Nachschlagen. Bei der Wikipedia geschieht es jedoch oft, dass man an einem Thema richtig hängen bleibt – zum Beispiel indem man sich von einem Artikel zum nächsten klickt. Auch im Brockhaus gibt es natürlich Verweise. Die sind aber weniger zahlreich, und das weitere Nachschlagen ist in der Buchausgabe auf die Dauer ermüdend.

Von Wikipedia zu Gattaca

Brandenburger Tor by night

Der Sonntagabend gehört fast zu meinen Lieblingsabenden in Berlin, zumal ich jetzt montags keine Vorlesungen habe, also nicht so intensiv an die Vorbereitungen für meine Veranstaltungen denken muss. So ist es fast der einzige freie Tag in der Woche für mich, zumal ich am Sonnabend immer versuche, alles abzuarbeiten und auch meine Wohnung in Ordnung zu bringen (letzteres habe ich aber an diesem Wochenende nicht geschafft). 🙁 Am Sonntag kann ich ausschlafen, telefonieren, ausspannen und schließlich abends noch etwas unternehmen. Das ist schon sehr angenehm, weil insgesamt eine etwas ruhigere Atmosphäre herrscht als zum Beispiel an einem typischen Ausgehtag.
Am gestrigen Abend bin ich zunächst in die c-base gefahren, um dort am Berliner Wikipedia-Treffen teilzunehmen, dann bin ich in den Berliner Chaos Computer Club, um dort noch etwas zu chillen. Jemand hat The Transporter gezeigt, einen Film von Luc Besson, dem leider am Ende etwas die Puste ausgeht. Schade! Dann gab es zur Wiedergutmachung neben Pasta mit Pesto den Film Gattaca, der mir sehr gefällt und den ich erstmalig in der englischen Fassung sehen konnte (mit den Original-Lautsprecheransagen in Esperanto). Ich mag auch den Soundtrack sehr!