Datenspuren

Am gestrigen Sonntag bin ich mal sonntagsuntypisch ganz früh aufgestanden, um den EC um 7.26 Uhr nach Dresden zu erwischen. Am Bahnhof Zoo traf ich dann auch auf einen weiteren Hacker, nämlich hektor und in Schönefeld stieg dann auch noch Peter Bittner zu. Wo wollten wir bloß alle zu so früher Stunde hin? In Dresden fand ein „Chaos-Event“ statt, die Datenspuren 2005: Alles, was im Umfeld der freien Netze Rang und Namen hat, gab sich dort in der „Scheune“ ein Stelldichein:

  1. Die „Keynote“ habe ich aus brunchtechnischen Gründen halb verpasst, sie war aber auch sehr allgemein gehalten und daher nicht so interessant. Der Referent war zudem nicht so mitreißend.
  2. Dann folgten zwei interessante Vorträge über die TKÜV und ihre Folgen von Hannah Seiffert. Hannah sitzt bei der ECO, dem Verband der Internetwirtschaft, in Berlin in der Marienstr. 12, also direkt neben dem CCCB. Sie sollte vielleicht auch mal in Berlin vortragen…
  3. Den Biometrie-Vortrag kannte ich schon.
  4. Der Block über Videoüberwachung von Peter Bittner und dem Bielefelder padeluun vom FoeBuD war auch sehr spannend! Peter hatte ich ja schon im Zug getroffen. Er hat noch am Neustädter Bahnhof in Dresden Fotos für seinen Vortrag geschossen. Der war also wirklich topaktuell!
  5. Schließlich gönnte ich mir noch den Vortrag über AN.ON und machte mich dann auf den Weg zum Bahnhof, um wieder nach Süddeutschland zu fahren.

Es war ein interessanter, aber dennoch anstrengender Tag. Den Organisatoren ein großes Lob für das herausragende Programm! Ein paar längere Pausen zum Quatschen, Essen und Chillen hätten aber auch gut getan!

Himmelfahrt nach Berlin

Eigentlich wollte ich ja heute wandern gehen, aber das Wetter war etwas durchwachsen und da es in der Früh noch regnete, bin ich erst mal im Bett geblieben. Dann habe ich mich nach Berlin aufgemacht. Die Zugfahrt ging schnell rum, da ich Berge von Klausuren korrigieren musste. In Berlin hab ich mich dann entschlossen, noch etwas das zwar kalte, aber doch recht schöne Wetter zu nutzen und etwas zu radeln. Ich durchquerte also den Tiergarten und das Regierungsviertel, machte noch einen Abstecher zur Spree und wählte dann als Ziel den Club Discordia. Dort gab es frisch gebackenen Kuchen und später entschieden wir uns dann noch zu kochen. Leider gab es im Laden der „Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler“ am Bahnhof Friedrichstraße aufgrund des Feiertags nur noch eine geringe Auswahl. Es wird wirklich Zeit, dass die Geschäfte auch sonn- und feiertags geöffnet haben, denn man sieht deutlich, dass Bedarf besteht. Der Laden sah richtig ausgeplündert aus. Im Nahkampf an der Kühltruhe ergatterten wir gerade noch die letzte Milch und entschieden uns für Rostbratwürste ohne Darm, die gerade noch in knapp ausreichender Zahl feilgeboten wurden. Dazu gab es einen sehr guten Sangiovese aus Apulien. Nebenbei kompilierte sich KDE 3.4.0 auf meinem Rechner.

Im Erlanger Chaos

Obwohl der Dienstag für mich ein sehr anstrengender Tag ist, bin ich abends doch noch nach Erlangen gefahren, um am Treffen des örtlichen „Erfahrungsaustauschkreises“ (heißt wirklich so!) des Chaos Computer Clubs teilzunehmen, kurz am „Erlanger Chaos“. Als ich in Erlangen aus dem Zug stieg, begann gerade ein heftiger Platzregen. Obwohl das E-Werk nur ca. drei Minuten Fußweg vom Bahnhof entfernt ist, zog ich es daher vor, doch ein Taxi zu nehmen. Schließlich reichten mir die zehn Schritte zum Taxistand und nachher zum Eingang, um einigermaßen nass zu werden.
Der Abend war mal wieder interessant. Diesmal wurde viel diskutiert, so dass ich wenig am Rechner machen konnte, aber das ist ja auch mal ganz nett; schließlich kann ich ja auch zuhause am Rechner sitzen.
Unter anderem machte man mich bekannt mit dem unterfränkischen Kabarettisten Erwin Pelzig, was natürlich schon sprachlich ein Highlight war.

Bourne Supremacy

Heute war Film- und Kochabend im Berliner Chaos. Ich hatte einen Film und die Rohmaterialen zum Kochen besorgt. Würfel zauberte daraus Schweinemedaillons Toscana (mit Tomate und Käse überbacken), dazu Pommes Frites. Ein schöner Wein (Primitivo aus dem Salent) durfte auch nicht fehlen. Danach gab es dann zur Verdauung einen Film. Da ein Action-Film immer gut ankommt, hatte ich die “Bourne Supremacy” gewählt. Ich wollte diesen Film mit Matt Damon deshalb gern sehen, weil es einen Bezug zum Club gibt. Teile des Films wurden in unmittelbarer Nähe des Clubs aufgenommen, was unter anderem zu einem Stromausfall führte. Ich selbst bin auf dem Weg zur letzten S-Bahn mitten durch den Set gelaufen. Man wollte mich zwar daran hindern, aber meine letzte S-Bahn war mir dann doch wichtiger. Aber bis in den Film habe ich es dann doch nicht geschafft. Witzig war, dass einige der Moskau-Aufnahmen des Films ebenfalls in Berlin gedreht wurden. Ansonsten kann ich den Film nicht besonders empfehlen. Er gewinnt zwar dadurch, dass Franka Potente diesmal auf eine Nebenrolle reduziert wurde, aber es reicht nicht für einen A-Film.

Ersatzzug nach Berlin

An diesem Wochenende wollte ich nach langer Pause mal wieder nach Berlin fahren. Ich war pünktlich am Bahnhof und kam gerade zum Bahnsteig als der Zug einrollte. Eigentlich sollte der nach Berlin fahren. Es wurde aber durchgesagt, dass es sich um einen Ersatzzug nach Leipzig handele. Der Servicemann auf dem Bahnsteig meinte aber, ich solle besser mal einsteigen. Am nächsten Bahnhof stieg ein ebenfalls etwas verwirrtes ICE-Team zu, das den Zug ab Leipzig übernehmen sollte, allerdings den richtigen und nicht den Ersatzzug. Nun war die Frage, ob der Zug vielleicht doch weiter als bis Leipzig fahren würde oder in Leipzig dann auf den 50 Minuten verspäteten Originalzug zu warten sei. Nach einigem Hin und Her kam heraus, dass der Zug eventuell doch bis Berlin durchfahren könnte. Das Gerücht verfestigte sich nach und nach, und in der Tat, ich kam pünktlich bis Berlin.
Abends war ich dann kurz im Club Discordia, wo ein Datengarten stattfinden sollte. Leider begann er nerdgerecht verspätet, und da war ich eingeladen, Thomas’ Diplom und Anstellung als Lehrassistent im Prenzlauer Berg zu begießen. Danach war ich dann doch zu müde fürs Hacken und bin ins Bett.

Im Würzburger Chaos

Montag und Dienstag musste ich dienstlich in an einer Tagung über die Vergabe von Leistungspunkten an europäischen Unis teilnehmen. Das konnte ich natürlich schick mit einem touristischen Besuch verbinden. Am Sonntag erklomm ich also die Festung Marienberg, die ich Dank meiner Jahreskarte für bayerische Schlösser ohne weitere Kosten, dafür aber mit Führung besichtigen konnte. Da das Wetter dann plötzlich kalt und nass wurde, besuchte ich noch eine Sauna. Von dort war es dann nicht weit zu dem Lokal, wo sich der Würzburger Chaostreff sonntagsabends zusammenfindet. Dort gab es sogar Club-Mate, allerdings zum Rekordpreis von 2,5o Euro. Dafür kann man allerdings mit dem Kellner würfeln. Wenn man mehr Augen auf den beiden Würfeln hat als der Kellner, zahlt man nicht. Besser wäre es allerdings, wenn ohne das Würfeln die Mate an sich billiger wäre…
Am Montag und Dienstag musste ich dann angestrengt tagen. Es war zwar interessant, aber doch anstrengend. Zudem war das Mercure-Hotel außer teuer eher schlecht. Man hörte das Schnarchen der Zimmernachbarn, in meinem Zimmer war noch ein gebrauchtes Handtuch des Vorgastes, und beim Checkin wurde eine Kreditkarte als Absicherung für die Minibar verlangt. Das habe ich noch nie erlebt.
Am Montag blieb zwischendurch noch etwas Zeit für die Besichtigung der Würzburger Residenz. Die ist wirklich beeindruckend! Die Tiepolo-Fresken sind atemberaubend! Im Rahmenprogramm der Tagung gab es noch eine sehr interessante Führung durch den staatlichen Hofkeller unter der Residenz, bei der ich einiges über Wein lernen konnte, so wurde unter anderem das Geheimnis des Müller-Thurgaus gelüftet und ich erfuhr, was Malolaktik ist (demnächst mehr davon in der Wikipedia).